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Abtreibung: „Kein Tabu ...“

Normalerweise gilt für Politiker im Sommer nichts anderes als für andere Menschen auch: Man genießt seinen wohlverdienten Urlaub und hat auch sonst nicht wahnsinnig viel zu tun.


Abtreibung: „Kein Tabu ...“
© Bergauer

Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, 41, indes kann von ruhigen Urlaubstagen nur träumen. „Während meiner Amtszeit werde ich sicherlich nie mehr längere Zeit auf Urlaub gehen“, sagt Burgstaller. „Ich war kurz nach der Wahl eine Woche weg und bin fast umgefallen, als ich ins Büro zurückgekommen bin. Es gab keinen freien Tisch, alles war bedeckt mit Akten.“

Zu ihrem randvollen Terminkalender – „Seit ich meine neue Position als Landeshauptfrau innehabe, bin ich mit Einzelterminen zugepflastert“ – muss Burgstaller derzeit als offizielle Gastgeberin der Salzburger Festspiele auch noch zahlreiche Kulturtermine wahrnehmen. „Mein Hauptproblem ist tatsächlich der Zeitmangel“, seufzt sie dann auch beim WOMAN-Interview. „Ich muss das Budget unter Dach und Fach bringen und habe in der nächsten Zeit einige sehr wichtige Entscheidungen zu treffen.“

Besonders für Frauen will sie einiges durchsetzen: allem voran die Möglichkeit zur Abtreibung in den Landeskliniken. Die bekennende Feministin Burgstaller möchte „Frauen in Notlagen einen Abbruch in den Landeskliniken ermöglichen“, während der Koalitionspartner ÖVP, im Speziellen VP-Landesrätin Doraja Eberle, 50, sich dagegen stemmt. Weiterer Zündstoff: Burgstaller will einen Anspruch auf Kinderbetreuung einführen. Kontrahentin Eberle kritisierte auch dieses Ansinnen mit einem offenen Brief in den „Salzburger Nachrichten“. Eberle: „Ich finde, dass Versprechen, die finanziell nicht haltbar sind, nicht gegeben werden sollten.“

Was Burgstaller zu diesen und anderen Themen sagt, lesen Sie im WOMAN-Interview:

Woman: Das Thema Abtreibung wird in Salzburg seit Monaten heftig und sehr kontroversiell diskutiert. Haben Sie schon eine praktikable Lösung gefunden?
Burgstaller: Die Gespräche laufen, und ich möchte noch im heurigen Jahr einen Vorschlag unterbringen. Ich werde auf alle Fälle dafür sorgen, dass es auch in Salzburg die Möglichkeit geben wird, in einem öffentlichen Krankenhaus einen Schwangerschaftsabbruch zu machen.
Woman: Auch gegen den Widerstand des Koalitionspartners ÖVP?
Burgstaller: Grundsätzlich ist es mir auch möglich, das ohne die Zustimmung des Koalitionspartners durchzusetzen. Ich würde mir persönlich aber schon wünschen, dass es im 21. Jahrhundert auch das Zugeständnis an die Frauen gibt, einen Abbruch in bestmöglicher Qualität anzubieten und sie mit dieser schwierigen Situation nicht alleine zu lassen.

Das komplette Interview lesen Sie im neuen WOMAN