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Abtreibung: Warum die Fristenlösung tendenziell wieder in Frage gestellt wird

Die Geschichte der Fristenlösung ist eine lange und abgeschlossene“, sagt die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal, 65. „Ich habe als Politikerin und als Frau jahrzehntelang für das Recht auf Abtreibung gekämpft. Und gehöre der Frauengeneration an, die ein Leben lang von unerwünschten Schwangerschaften begleitet war. Auch ich habe, wie so viele Frauen diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Jetzt ist höchste Wachsamkeit geboten, damit die Fristenlösung von konservativen Kräften nicht wieder in Frage gestellt wird. Das wäre Wahnsinn.“


Abtreibung: Warum die Fristenlösung tendenziell wieder in Frage gestellt wird
© Woman

„Ich würde nie und nimmer abtrreiben“, sagt Katrin Reisinger, 33. Die Schauspielerin findet, dass damit „zu leichtfertig umgegangen wird. Denn eine Abtreibung bedeutet einen Menschen zu töten. Und wer alt genug ist ein Kind zu zeugen, sollte sich auch über die Folgen bewusst sein. Ich habe große Achtung vor dem Leben, die Frauen gehören jedoch nicht bestraft.“

Höchstrate in Österreich. Die Fristenlösung – ein Thema, das in Österreich derzeit heftig und sehr kontroversiell diskutiert wird. Die Befürworterinnen sprechen vom Recht der Frauen auf Entscheidungsfreiheit, die anderen von Mord und Verantwortungslosigkeit. Tatsache ist: In Österreich ist die Fristenlösung – Strafffreiheit bei Abtreibung bis zur zwölften Woche, danach nur mit Indikation eines Arztes – seit 30 Jahren gesetzlich verankert.

Nach offiziellen Schätzungen werden hierzulande 30.000 bis 45.000 Abtreibungen pro Jahr durchgeführt. Das ergibt statistisch berechnet 31 Abbrüche pro 100 Lebendgeburten. Eine hohe Zahl, die zu denken gibt, und die Österreich an die Spitze der EU-Ländern treibt. (Italien: 27, Deutschland 11, Niederlande: 10, Frankreich: 23).

Scharfe Kritik im Zusammenhang mit der vor allem in Salzburg wieder aufgeflammten Debatte übte der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger: „Die Statistik Austria sammelt Daten über jeden Kilometer Straße und jeden Euro Wirtschaftsleistung. Aber nicht über das Leben der Wehrlosesten der Gesellschaft“, so der Moraltheologe. „Wir brauchen eine Ursachenforschung. Unbedingst notwendig sind entsprechende Untersuchungen, um heruaszufinden, warum Frauen sich zu einer Abtreibung entschließen.“ Österreich ist neben Portugal und Luxemburg das einzige EU-Land, in dem es keine derartige Meldepflicht gibt. Dazu Alexandra BöschKemter, Leiterin der Serviceabteilung des Ambulatoriums für Schwangerenhilfe am Fleischmarkt in Wien: „Ich kann natürlich nur über die Frauen sprechen, die zu uns ins Ambulatorium kommen. Der überwiegende Teil dieser Frauen hat versucht eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Die meisten unerwünschten Schwangerschaften entstehen aus Verhütungspannen, Anwendungsfehlern und leider immer noch aufgrund mangelnder Information.“ Es sei schlichtwegs Unsinn, so die Lebens- und Sozialberaterin weiter, „dass Frauen Abtreibung als Verhütungsmittel einsetzen.“

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