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Abtreibungsdebatte: Radikal und unversöhnlich

Salzburg: Gegner der Fristenlösung laufen Sturm. Gabi Burgstaller im Interview über die Abtreibungsgegner.


Abtreibungsdebatte: Radikal und unversöhnlich
© Neumayr

Zuerst kam der Aufruf einer Abtreibungsgegnerin: Man solle der Landeshauptfrau Gabi Burgstaller alte Schuhe schicken. Dann sandte die militante Gruppe „Jugend für das Leben“ 70.000 Briefe an Salzburger Haushalte. Brisanter Inhalt: eine Karikatur, die Burgstaller zeigt, wie sie Josef und Maria bei der Herbergssuche mit fiesem Grinsen eine neue Abtreibungsstation anbietet. Auf der Internetplattform grotte.at kündigte ein Teilnehmer schließlich an, Briefmarken drucken zu lassen, auf denen ein nacktes Baby zu sehen sein wird – dazu der Satz „Gabi lässt das Töten zu“.

Verhetzung. Seit Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, 41, ihr Wahlversprechen durchgesetzt hat, betroffenen Frauen in den Salzburger Landeskliniken eine Abtreibung zu ermöglichen, droht die Situation in Salzburg zu eskalieren.

Schon im Vorfeld der Weisung, die ab 1. April 2005 in Kraft treten wird, prallten Befürworter und Gegner der Fristenlösung heftig aufeinander. Massive Widerstände gab es auch aufseiten des Koalitionspartners ÖVP, im Speziellen von Familienlandesrätin Doraja Eberle, 50. „Für mich“, hatte Eberle stets betont, „kommen Abtreibungen in den Landeskliniken nicht infrage.“ Auch VP-Landesparteichef und Vizelandeshauptmann Wilfried Haslauer war hart geblieben und stellte sogar einen Bruch der Koalition in den Raum, sollte Burgstaller ihr Vorhaben ohne Zustimmung durchsetzen. Und das, obwohl in Österreich die Fristenlösung – Straffreiheit bei Abtreibung bis zur zwölften Woche, danach nur mit Indikation eines Arztes – seit 30 Jahren im Gesetz verankert ist.

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PLUS: Landeshauptfrau Gabi Burgstaller ruft fanatische Abtreibungsgegner zur Mäßigung auf