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Angst und Trauer: Die Kinder von Beslan

Drei Monate nach dem Geiseldrama besuchte WOMAN Überlebende. Und überbrachte die Spenden der WOMAN-Leserinnen.


Angst und Trauer: Die Kinder von Beslan
© Stemmer

Für Swetlana war der 1. September ein besonderer Tag. Ihr erster Schultag. Schon um sechs Uhr steht die Siebenjährige in ihrem weißen Kleidchen und der rosa Schleife im Haar abfahrbereit vor der Eingangstür ihres Zuhauses. Unter dem Arm: ihr bester Freund, der Stoffigel, den sie vergangene Weihnachten von ihrem Opa geschenkt bekommen hat. Um halb acht ist es dann endlich so weit: Swetlana fährt mit Mama Ella, Opa Boris und Bruder Alan zu ihrer neuen Schule, der 1. Schule von Beslan.

Die Sonne scheint, es ist noch sommerlich warm – das trifft sich gut, denn so kann die große Schulfeier im Hof stattfinden. Swetlana steht mit ihrer Familie inmitten der 1.800 Gäste. Singt, lacht und freut sich. Plötzlich Unruhe, dann vor Angst kreischende Menschen, Aufregung, Schüsse. Es ist 9.30 Uhr. Dreißig bewaffnete Männer und Frauen stürmen die Schulfeier. Swetlana fällt zu Boden, verliert die Hand ihrer Mama, sieht ihren Bruder, ihren Opa nicht mehr …

Drei Tage in der Hölle. Doch das kleine Mädchen hat Glück, es wird noch am ersten Tag befreit. Ihren Opa aber wird sie nie wieder sehen, er ist einer der ersten Toten des Geiseldramas. Ella und Alan ahnen es, müssen aber selbst drei Tage lang die Hölle erleben – ohne Wasser, Nahrung, frische Luft und Schlaf aushalten. Der Turnsaal ist klein, für über 1.000 Geiseln wird er zur Hölle auf Erden. Es bleibt gerade einmal Platz zum Sitzen, hinlegen ist nicht möglich. Und es ist unerträglich heiß. Ella Bedojewa: „Die Kinder haben immer wieder um Wasser gebeten – vergeblich. Die Geiselnehmer lachten nur über uns und sagten, dass uns sowieso niemand mehr braucht. Warum sie sich da so sicher sein konnten? Russlands Politiker sprachen von nur 340 Geiseln, obwohl es in Wahrheit über 1.000 waren.“

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