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Anna Netrebko: Allüren einer Diva

Sie gilt als Popstar der Oper und Magnet der Salzburger Festspiele. WOMAN über die neue Callas.
Ihr Aufstieg. Von Krasnodar nach St. Petersburg und in den Rest der Welt. Stationen einer kometenhaften Karriere, Eskapaden inklusive.


Anna Netrebko: Allüren einer Diva
© Prader

Die lebende Verführung hat die Figur eines Models, schwarz funkelnde Augen, ein umwerfendes Timbre und eine für Operndiven nicht gerade selbstverständliche sexy Aura auf der Bühne: Anna Netrebko, 33, der Stern, der vor drei Jahren als Donna Anna in Mozarts „Don Giovanni“ bei den Salzburger Festspielen vom Opernhimmel fiel. „Singende Sexbombe“ wurde die russische Sopranistin genannt, ihre Art zu singen beschreiben Kritiker mit „Ohrgasmus im Liebesakt“. Als die „neue Callas“ wird sie gefeiert, wegen ihrer Stimmgewalt und Ausdrucksstärke, aber auch wegen ihrem ähnlichen Hang zu Allüren und Exzessen. „In meinen Träumen singe ich nackt“, bekannte sie noch als medienunerfahrene Sängerin, mittlerweile bestreitet sie diese gewagte Aussage mit „Das ist alles Bullshit“. Dem Image hat es aber sowieso nicht geschadet.

La Traviata. Wenn der „Opernstar der neuen Generation“ auftritt, gibt es binnen Stunden Tickets nur mehr in astronomischer Höhe auf dem Schwarzmarkt. Für die sieben Vorstellungen von Verdis „La Traviata“ (ab 7. August) bei den heurigen Salzburger Festspielen ist die Warteliste seit November elendslang, es sollen nur mehr Karten um stolze 2.000 Euro im Umlauf sein. Die schwindsüchtige Edelkurtisane Violetta, der der Versuch, im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen, misslingt, ist die erotische Paraderolle des Superstars. In Wien und München riss Netrebko das Publikum von den Sitzen. Das liegt auch an ihrer dramatischen Interpretation der Rolle: „Ich mag es nicht, wenn alle Welt Violetta für eine Bühnenheilige hält. Sie ist eine Hure, und sie stirbt langsam. Die Darstellerin muss mit ihr lieben, mit ihr leiden, mit ihr zugrunde gehen. Wer das tut, bezahlt auch immer mit der Stimme dafür. “

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