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Armut: Die tiefste Not begleitet uns

Nach dem Fall Wussow befragte WOMAN vier Frauen, die in wahrer finanzieller Not leben.


Armut: Die tiefste Not begleitet uns
© Fish

Vor dem Gesetz sind wir doch alle gleich, nicht wahr?“ Michaela Vikstrems, 38, lächelt zynisch. Denn in Wahrheit hat sie den Glauben an diese Maxime längst verloren. Aus gutem Grund: Die Mutter eines behinderten Kindes – ihr Sohn Sven, 5, ist seit Geburt spastisch gelähmt, schwerer Epileptiker und blind – ist zweifellos ein sozialer Härtefall. Doch das kümmert die zuständigen Behörden offenbar wenig: Nach zwei Jahren, so lange hat Vikstrems pro Monat 700 Euro Notstandshilfe bezogen, hat das AMS Oberösterreich der Linzerin den Zuschuss gestrichen. Läppische Begründung: Da Frau Vikstrems aufgrund der Behinderung ihres Sohnes ohnehin ein Pflegegeld von 1.088 Euro monatlich kassiert und ihr Kind rund um die Uhr betreuen muss, könne sie auch nicht arbeiten gehen. Deshalb hat sie, neuen gesetzlichen Bestimmungen entsprechend, jetzt keinen Anspruch mehr auf zusätzliche Notstandshilfe. Kein Wunder, dass die 38-Jährige nun schäumt, wenn gut bezahlte Fernsehstars wie das Ehepaar Wussow-Fortell sehr wohl „stempeln“ gehen dürfen. „An so einer Ungerechtigkeit könnte man glatt verzweifeln.“

Notstandsstatistik. Allein in Österreich sind 280.000 Menschen auf Notstandshilfe angewiesen – darunter 82.000 Frauen. Ein Monatseinkommen, das im bundesweiten Durchschnitt bei etwa 470 Euro liegt. Walter Paltram, 45, stellvertretender Abteilungsleiter vom Arbeitsmarktservice (AMS): „Notstandshilfe bekommt man dann, wenn man länger arbeitslos war und trotz intensivster Bemühungen nicht vermittelbar ist. Diese finanzielle Unterstützung beträgt 95 Prozent vom letzten Arbeitslosen-geld.“ Die meisten Notstandshilfebezieherinnen findet man in der Gruppe der 40- bis 60-Jährigen.

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