Ressort
Du befindest dich hier:

Wenn eine 7-Jährige über Twitter aus dem Krieg in Syrien berichtet

Hunderttausende verfolgen ihre Nachrichten über Twitter - denn Bana schreibt online über ihre Erfahrungen mit dem Krieg in Syrien, der fast ihr ganzes Leben bestimmte. Ihre letzten Postings, die jederzeit tatsächlich ihre letzten sein können, sind erschütternd.

von

7-Jährige twittert aus Aleppo
© twitter.com/AlabedBana

Bana ist gerade einmal sieben Jahre alt und hat bereits hunderttausende Follower auf Twitter. Aber nicht, weil sie fröhliche Selfies macht oder Avocado-Toasts online postet, sondern weil sie aus ihrer Heimatstadt Aleppo twittert. Die Stadt, die im verheerenden syrischen Bürgerkrieg wohl am meisten betroffen ist.

Die einstmals fortschrittliche Millionenstadt wird seit 2012 von den Rebellen und der Armee von Diktator Baschar al-Assad umkämpft, große Teile der Stadt sind komplett zerstört und viele Menschen vor dem ständigen Beschuss mit Fassbomben, Streubomben, Brandbomben oder bunkerbrechenden Bomben geflüchtet.

Bana Alabed und ihre Mutter Fatemah, die die Botschaften ins Englische übersetzt, senden immer wieder Nachrichten, Fotos und Videos aus der belagerten Stadt: Sie berichten vom Hunger, zeigen Videos der fallenden Bomben und sogar ein Foto des toten Körpers einer Freundin von Bana - und sie bitten die Welt um Hilfe. Um Hilfe für all die Zivilistinnen und Zivilisten, die unschuldig inmitten des Konflikts gefangen sind.

Denn gerade in den letzten zwei Wochen liefen die Luftangriffe noch heftiger als gewohnt ab - die syrische Armee wollte den Willen der Rebellengruppen in Aleppo unbedingt brechen. Wobei seit Beginn des Krieges bereits über 400.000 Menschen getötet wurden, wie im April 2016 von den Vereinten Nationen geschätzt wurden. Rund 11,6 Millionen Syrerinnen und Syrer sind daher auf der Flucht: Mindestens vier Millionen flohen aus ihrem Land und 7,6 Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht.
Und nun auch Bana und ihre Mutter - denn mittlerweile wurde auch ihr Haus zerstört. Ihre letzten Worte übersetzt: "Wir haben jetzt kein Zuhause mehr. Ich bin leicht verletzt. Ich habe seit gestern nicht geschlafen und bin hungrig. Ich will leben, ich will nicht sterben."

Thema: Report