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Was wir von Donald Trump für unsere Beziehung lernen können

Was wir vom amerikanischen Pöbel-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump für unsere eigene Beziehung lernen können? Nun: eine ganze Menge (leider).


Was wir von Donald Trump für unsere Beziehung lernen können

Donald und "silent partner" Melania Trump

© Getty Images

Liebe Leserin. Kann ein Mann, der Frauen als "fette Wachteln" bezeichnet, die aus ihrer "wasauchimmer" bluten und Hundegesichter haben, also: kann dieser Mann eine normale, glückliche Beziehung führen?

Donald Trump, erschreckenderweise und jeglicher Logik widersprechender Weise durchaus chancenreicher Kandidat für die US-Präsidentschaft, pöbelte öffentlich über Frauen als "Goldgräberinnen, die keine Vermögenswerte verdienen", nannte Model Heidi Klum "fett" und erklärte, dass schon allein aufgrund ihres Gesichtes niemand seine Konkurrentin Carly Fiorina wählen würde.

Und nun stellen wir uns Donald Trump als liebenden und treusorgenden Ehemann vor. Moment, noch ein Versuch. Stellen wir uns Donald Trump als liebend... Nein. Gelingt nicht.

Nun können wir nicht in die Ehe von Donald und Melania Trump blicken. Immerhin ist das ehemalige Model mit slowenischen Wurzeln seit 11 Jahren mit dem Immobilien-Mogul verheiratet. Irgendwas muss da also funktionieren, sei es tiefe Liebe oder auch nur, wie böse Zungen behaupten, eine reine Zweckgemeinschaft.

Von Melania war während des Vorwahlkampfes wenig zu sehen und noch weniger zu hören. "The silent partner" titelte die New York Times deshalb. Erst als sich Trump mit frauenfeindlichen Äußerungen bei der wichtigen weiblichen Wählerschaft endgültig ins Out zu schießen drohte, wurde Melania am Minirockzipfel ins mediale Rampenlicht gezerrt.

Ihr erstes Interview geriet eher peinlich (nicht, dass man dies von ihrem Mann nicht gewohnt wäre). Ihre Aufgabe als Ehefrau sei es, dem gemeinsamen Sohn Barron eine normale Kindheit zu ermöglichen, so Melania. Die "Normalität" offenbarte sich in dem komplett mit Gold, Brokat und Marmor dekorierten Luxus-Apartment in Lower Manhattan, wo die 45-Jährige auf einem goldenen Thron sitzend das TV-Team empfing.

Wesentlich aufschlussreicher war jedoch eine andere Aussage in dem Gespräch mit FOX News : "Donald und ich hatten noch nie einen Streit. In manchen Punkten stimmen wir nicht überein, aber das ist in Ordnung. Ich sage ihm schon auch meine Ansichten. Er hört sie zwar an, aber er ist, wie er ist. Er denkt eben, wie er denkt - und handelt nur danach."

Trump und Trump: Szenen einer Ehe

Oder, mit anderen Worten: "Meinem Mann ist eigentlich völlig egal, was ich sage. Er hört nicht auf mich und wird es auch niemals tun. Also habe ich aufgegeben und akzeptiere alles, was er tut und sagt."

Und hier sind wir beim Titel der Geschichte: Was wir von Donald Trump und seiner Ehe für unsere Beziehung lernen können?

Die simple Antwort: Führt eure Ehe nicht wie Donald Trump die seine.

Das meinen wir nicht nur aus emanzipatorischen Gründen (aus denen auch, wohlgemerkt). Der zweite, sehr wesentliche Grund: Wenn ein Paar behauptet, niemals Krach und Meinungsverschiedenheiten zu haben, dann müssen alle Beziehungs-Alarmsignale anschlagen.

Denn Paare, die vorgeben, in Dauer-Harmonie zu leben, unterdrücken in den meisten Fällen die Konflikte auch nur. Sie fressen den Ärger auf den Partner, der durchaus drin sein darf, in sich rein. Sie schlucken Verletzungen runter, nur um keinen Streit vom Damm zu brechen.

Warum ein offener Streit besser als passiv-aggressives Verhalten ist

Genau dieses Vermeiden löst das Problem aber nicht. Im Gegenteil. Im Inneren tobt es weiter - und führt manchmal dazu, dass der frustrierte Partner in passiv-aggressives Verhalten umschwenkt. Nach außen hin scheint weiterhin alles wunderbar, wird das Bild der perfekten Beziehung aufrecht erhalten. Doch die Beziehung belastet die negative Grundeinstellung, die nicht offen zum Ausbruch kommt, immer mehr.

Die Verbitterung und Verletzung bricht sich bei passiv-aggressivem Verhalten ihren Damm in subtiler Bestrafung. Das kann die dauerhafte Verweigerung körperlicher Nähe sein ("Ich habe Kopfschmerzen, bin müde..."). Oder wenn man plötzlich für den Partner nicht mehr erreichbar ist ("Ghosting"). Attacken finden hinterrücks statt (bei Freunden oder Familie wird der Partner diskreditiert), dem Partner werden Schuldgefühle eingeredet ("Ist mir inzwischen auch egal...") oder er wird auf andere Weise manipuliert. Vergleichbar ist dieses Verhalten mit den Trotzreaktionen kleiner Kinder – Rückzug, Verweigerung, Respektlosigkeit.

Daran scheitert die Beziehung über kurz oder lang. Eine klassische Aussage überraschter Bekannter, wenn eine passiv-aggressiv geführte und auf diese Weise vergiftete Ehe nach Jahren scheitert: "Unglaublich, die waren ein so harmonisches Paar."

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit: ein Partner ergibt sich seinem dominanten Partner völlig, wird zum unterwürfigen Anhängsel, das nicht mehr aufmuckt und in der Beziehung keine Stimmer mehr hat.

Was man dagegen tun kann? Streiten, diskutieren. Aber auf konstruktivem, lösungsorientierten Niveau. Anleitung, wie man besser streitet und vor allem: sich nicht ständig verteidigt, findet ihr hier...

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