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Die Festspiel-Dirigentinnen
Salzburg: Kurz vor den Festspielen

"Dass eines klar ist“, verkündet Helga Rabl-Stadler mit gerunzelter Stirn, kaum, dass sie zur Tür herein ist, „ich will nicht, dass Sie die Salzburger Festspiele als bloßes Gesellschaftsereignis abstempeln. Was hier passiert, ist Kunst und Kultur auf höchster Ebene!“


Die Festspiel-Dirigentinnen
Salzburg: Kurz vor den Festspielen
© Pröll

Zweitwichtigste Feststellung: „Wir sind keine Society-Tussis!“ Die Festspielpräsidentin deutet auf ihre Mitstreiterinnen, Protokollchefin Suzanne Harf und Bankiersgattin Eva Spängler, in ihrer Eigenschaft als Repräsentantin des Vereins „Freunde der Salzburger Festspiele“ in hoher Mission unterwegs. „Wir trinken nicht den ganzen Tag Champagner oder flanieren vom Cocktail zum Dinner und dann zur Party. Wir a-r-b-e-i-t-e-n! Hart! Viel!“ Und wo sie gerade so schön in Fahrt ist: „Und merken Sie sich: Premierenfeiern sind keine „Events“! Sie sind auch nicht das eigentliche Ereignis. Das ist nämlich die Premiere d-a-v-o-r.“

Partymarathon. So, das Wichtigste wäre sie losgeworden, doch sofort regt sich Widerspruch: Die Salzburger Festspiele – kein gesellschaftliches Ereignis? Wo hier zwischen 24. Juli und 31. August 12 Premierenfeiern, geschätzte 70 Empfänge, unzählige private Einladungen, Dinners, Cocktails und Stelldicheins stattfinden? „Das ist das Rahmenprogramm“, bleibt Rabl-Stadler fest, und ihr Blick duldet keinen Widerspruch. „Wir empfangen Gäste aus aller Welt, umsorgen die Sponsoren, bringen Künstler und Kunstfreunde zusammen. Aber in erster Linie geht es um Kultur. Nicht darum, ob der Thomas Gottschalk eh auch kommt.“ Nachsatz: „Und drehn S’ mir ja nix im Mund herum! Der Gottschalk ist sehr nett und unkompliziert.“

Keine Frage, die Frau ist mit Herz und Seele dabei. Nicht umsonst gilt Rabl-Stadler als „Duracell-Haserl“ der Kulturwelt. Ihr zur Seite steht Protokollchefin Suzanne Harf, Herrin über Gästelisten und Etikette und als ausgebildete Mezzosopranistin den Künstlern besonders nahe. „Bis zum orchestralen Anpfiff am 24. Juli muss das Werkel perfekt ins Rollen gebracht werden.“

„Freunderlwirtschaft“. Doch Perfektion kostet Geld, und so kümmert man sich neben dem kulturellen Geschehen vor allem um das seelische Gleichgewicht der Sponsoren und Förderer. Deren gibt es viele, genau genommen sind es große Teile des Publikums selbst. Der Verein „Freunde der Salzburger Festspiele“ ist mit 4.000 Mitgliedern neben öffentlichen Zuwendungen, Hauptsponsoren und den Ausnahme-Mäzenen Jeanne und Donald Kahn der wichtigste Geldgeber. Eva Spängler, deren Ehemann Heinrich als Präsident des Vereins jährlich zwei Millionen Euro Fördergelder aufstellt, meistert während der Saison ein besonders aufwendiges Programm: „Zwei Galas, eine Premierenfeier, ein Fest bei mir zuhause nach dem Liederabend unseres guten Freundes Thomas Hampson, fünf bis sieben Abendessen für ausländische Gäste, dazwischen Mittagessen, unzählige Cocktails, und auf der Festspielterrasse Empfänge vor den einzelnen Vorstellungen.“

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