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Die Wahrheit über Hormone

Entwarnung: Pillen gegen Wechselbeschwerden sind weniger gefährlich als angenommen.WOMAN zeigt den letzten Stand zum viel diskutieren Thema.


Die Wahrheit über Hormone
© Haiden-Baumann

Die vergangenen zwei Jahre haben Millionen von Frauen ab 40 in höchstem Maße verunsichert. Bis dahin hatten unzählige Frauen im Wechsel bedenkenlos Hormone eingenommen. Die Ärzte verschrieben sie besten Gewissens, die Patientinnen schluckten sie gerne. Kein Wunder: Verschwanden doch nicht nur spezifische Beschwerden von Wallungen über Schlafstörungen bis Libidoverlust. Obendrein hieß es, die Präparate würden vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in Österreich der „Ladykiller“ Nummer eins, schützen. Nicht zuletzt verhalfen die Tabletten zu praller, glatter Haut und ungeahnter Vitalität. Was wollte man mehr?

Imagewandel. Spätestens seit 2002 sind die Wunderpillen entzaubert. Für erste Unruhe sorgte eine Großstudie der WHI („Women’s Health Initiative“). Das Ergebnis der US-Untersuchung mit 16.000 Amerikanerinnen: „Eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie erhöht das Brustkrebsrisiko bei einer Einnahme von fünf Jahren um 25 bis 30 Prozent, bei zehn Jahren um über 40 Prozent“, zitiert Brustkrebsspezialist Ernst Kubista. Doch damit nicht genug: Im Vorjahr machte eine Fragebogenaktion unter einer Million Britinnen („One Million Women Study“) die Panik perfekt. Bis zu 66 Prozent steige das Risiko des Mammakarzinoms gar nach zehn Jahren Kombinationstherapie, hieß es da.

Abertausende von Frauen setzten die Hormone daraufhin Hals über Kopf ab – und fühlten sich in der Folge mit ihren Problemen allein gelassen und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Neubewertung. Nach der Entzauberung erfolgt jetzt eine gewisse Entwarnung. Die Quintessenz der neuesten Erkenntnisse: Die Therapie ist nicht so hilfreich wie ursprünglich angenommen, aber auch nicht so gefährlich wie zuletzt geglaubt. Die drastischen Zahlen der „One Million Women Study“ halten seriöse Wissenschaftler für zu hoch gegriffen. „Eine Fragebogenaktion ist nun einmal keine wissenschaftliche Untersuchung“, wettert Doris Gruber, Frauenärztin, Hormonexpertin und Universitätsprofessorin in Wien. Ernst genommen werden dagegen die WHI-Studien. Letztere gaben Anlass zur – teilweisen – Entwarnung.

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