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Diskussion: Wie wichtig ist Schönheit?

Natürlich oder perfekt operiert? Immer mehr Frauen wagen eine Schönheits-OP. Der WOMAN-Talk zum Thema „Sind wir süchtig nach Perfektion?“.


Diskussion: Wie wichtig ist Schönheit?
© Jantzen

Die Brust gestrafft und vergrößert, an Kinn, Bauch, und Oberschenkeln Fett abgesaugt, die Bauchdecke neu gestaltet, die Augenlider angehoben und das Gesicht geliftet – klingt für viele nach Schlaraffenland. Verbunden mit der Hoffnung auf ein neues Leben voller Energie, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit. In Österreich gehen jährlich 50.000 Frauen den Weg zum Schönheitschirurgen und legen sich für ein besseres Aussehen auf den Operationstisch. Drängt sich die Frage auf: Wie wichtig ist Schönheit? Und: Wer hält dem neuen Beauty-Druck noch stand? WOMAN bat zu einer Diskussion über Schönheitswahn, Gefahren und die Bedeutung von Äußerlichkeiten. Mit dabei: Dagmar Millesi, 46, plastische Chirurgin, Doris Wallentin, 38, konservativ-medizinische Ästhetikerin, Aline Halhuber, 41, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums ISIS in Salzburg, Michaela Bitschnau, 38, Assistenzärztin für Frauenheilkunde, Homöopathin, und Karin Bonmassar, 37, Angestellte im Eventmarketing in Graz.

Woman: Frau Bonmassar, welche Beweggründe hatten Sie, sich operieren zu lassen?
Bonmassar: Nach meiner Schwangerschaft war mein Busen nicht mehr so straff wie vorher. Ich war auch sportlich sehr faul und wollte neu beginnen. Eine Fettabsaugung war der Anfang. Das neue Lebensgefühl habe ich durch gesunde Ernährung und Sport weitergeführt.
Woman: Was hat sich damit in Ihrem Leben verändert?
Bonmassar: Ich bin wieder ins Berufsleben eingestiegen, habe zusätzlich zum Marketing zu modeln begonnen. Es kommt immer drauf an, was sich an der Optik ändert, und ich habe mich dadurch einfach wohler gefühlt.
Woman: Ist eine Operation die einzige Möglichkeit, Probleme mit dem Selbstbewusstsein loszuwerden?
Halhuber: Das Skalpell als Psychotherapie – wäre schön, wenn es so einfach gehen würde. Man wird aber durch eine Operation kein anderer Mensch, man sieht nur anders aus. Ich hoffe, dass es jeder Frau das bringt, was sie sich wünscht. Dass es das automatisch tut, bezweifle ich aber.
Woman: Kann Schönheitswahn eigentlich zur Sucht werden?
Millesi: Ja. Es ist deshalb sehr wichtig, die Motivation der Patienten herauszufiltern: Ist die Operation fremdbestimmt, beispielsweise weil man eine Freundin mit großer Brust hat? Und kann man diese Erwartungshaltung erfüllen? Man muss genau selektieren, wen man operiert und wen nicht. Ich muss auch Patienten weg und zu Psychotherapeuten schicken.
Halhuber: Es ist eine Art von Körperwahrnehmungsstörung, ähnlich wie bei einer Essstörung. In beiden Fällen geht es um die Kontrolle über den Körper, nur eben mit verschiedenen Instrumenten.

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