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Ein WOMAN-Interview über die Möglichkeit einer reifen Liebe

Spricht man von einem Bühnencomeback, dann funkeln ihre Augen protestierend. „Auf Bühnen war ich nach meinem Theaterabschied lesend und konzertant mehr als je davor!


Das Comeback ist, dass ich wieder einmal einen Text lerne und mit einem Partner spiele“, betont die 65-jährige Vorzeigefrau. Der Text ist ihr eigener, der Partner Werner Schneyder, der auch die Bühnenfassung ihres Erfolgsromans „Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation?“ geschrieben hat. WOMAN bat Erika Pluhar zu einem außergewöhnlichen Interview.

„Jede Utopie ist möglich“

Woman: Männer wie Smelik, die so einfühlsam auf Frauen eingehen – gibt’s die überhaupt?
Pluhar: Wenn ich die „Endstation“ lese, sage ich zu meinem Publikum: „Die erste Utopie ist, dass zwei so reife Menschen noch in dieser Form erotisch aufeinander zugehen können – die zweite, dass ein Mann in der Lage ist, ein so langes Gespräch zu führen.“ Dieser Satz führt jedes Mal zu einem Höllengelächter.
Woman: Keine realen Vorbilder?
Pluhar: Sicher sind diese Mannspersonen, die ich da erfinde, auf Erden nicht sehr häufig anzutreffen. Aber – was auch Nelly im Buch sagt – „jede Utopie birgt eine Möglichkeit. Und jede Möglichkeit ist möglich – also wahr.“
Woman: Wieso ist es Utopie, dass ältere Menschen sich verlieben?
Pluhar: Zumindest betritt man Neuland, wenn man in unserer jugendhörigen Zeit Liebe zwischen zwei älteren Menschen zum Gegenstand eines Buches oder eines Stücks macht. Das geht höchstens, wenn die zwei eh noch ganz fesch sind oder wenn sie altersmäßig grad noch durchgehen. Wirkliche Liebesbeziehungen zwischen Älteren werden nach wie vor tabuisiert.
Woman: Eigentlich müssten reifere Menschen erotisch doch lockerer aufeinander zugehen …
Pluhar: Ich glaube ja auch, dass man einander auf eine viel g’scheitere Art näher kommen kann, wenn man schon eine Weile gelebt hat, auf eine wissendere Art. Aber man ist sich ja trotz alledem, auch wenn man noch gut ausschaut für sein Alter, jederzeit seines Alters bewusst. Vor allem, wenn man in einer großen Offenheit mit sich selber lebt. Und das kann man nicht so unter den Teppich kehren. Es ist etwas anderes, wenn du dich mit 60 verliebst, als du verliebst dich mit 30. Das bedarf einer großen Vertrauensbasis.

Das ganze Interview lesen Sie in der neuen WOMAN

Thema: Liebe