Ressort
Du befindest dich hier:

Erika Pluhar: Die Erotik grauer Haare - Eine kluge Absage an den Jugendwahn

Dass laut einer Umfrage des renommierten Trendforschers Matthias Horx „die Avantgarde der jungen Männer graue Haare bei Frauen erotisch findet“, entlockt Erika Pluhar ein amüsiertes Schmunzeln. Denn obwohl die Vorzeigefrau in vier Dekaden viele Trends gesetzt hat, lag es sicher nicht in ihrer Absicht, mit 66 noch zur sexy Stil-Ikone hochgejubelt zu werden.


Erika Pluhar: Die Erotik grauer Haare - Eine kluge Absage an den Jugendwahn
© Prader

Doch es wäre nicht „die Pluhar“, wenn sie nicht jedes Stück Leben, das ihr so entgegenkommt, irgendwie sinnvoll nützen würde. Also nahm sie gern die Einladung an, mit WOMAN über die Dinge am „Frausein“ zu sinnieren, die ihr wirklich wichtig sind …

WOMAN: Junge Männer finden neuerdings Frauen mit grauen Haaren sexy. Was sagen Sie dazu?
Pluhar: Das fände ich ja zum Schieflachen, wenn ich sogar jetzt wieder eine Art Trend bediente, ohne es zu wollen. Als ich 30 war, kam auf: Oh, Frauen mit 30 können ja noch leben! Als ich 40 war, hieß es plötzlich: 40 ist toll! Und mit 50 war auch das auf einmal super. Es wär lustig, wenn diese Welle mit mir rollt – und auf einmal sind sogar die Grauhaarigen in.
WOMAN: Wie bleibt man im Älterwerden attraktiv?
Pluhar: Was heißt eigentlich „attraktiv“? Also „anziehend“ – oder? Die Stationen meines Lebens – und wohl die jedes menschlichen Daseins – waren reich an Verlusten. Nicht umsonst heißt mein nächster Roman, der im Herbst erscheint, „Reich der Verluste“. Und vor allem das Älterwerden geht nicht, ohne sich zu verabschieden und immer wieder einen Verlust zu erleiden. Das zu akzeptieren, ohne zu verbittern, zu versuchen, sich trotzdem alle menschliche Lebendigkeit zu bewahren, macht vielleicht etwas wie „Attraktivität“ aus.

Das komplette Interview mit Erika Pluhar lesen Sie im neuen WOMAN