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Exklusiv: First Lady im Woman-Talk

WOMAN lud Margit Fischer gemeinsam mit den Top-Frauen des Landes zum Gespräch. Ein Gipfeltreffen vieler First-Ladys.


Exklusiv: First Lady im Woman-Talk
© Stemmer

Wer ist die Frau, die in vier Wochen an der Seite des neuen Präsidenten Heinz Fischer zur First Lady avanciert? Woman wollte es genau wissen – und lud Margit Fischer, 60, zur wohl exklusivsten Talkrunde des Landes: 100 „First Ladies“ aus Wirtschaft, Medien und Kultur wurden von Herausgeberin Uschi Fellner genau vier Wochen vor der „Amtsübergabe“ ins Wiener Palais Schwarzenberg zum hochkarätigen „Ladies-Lunch“ gebeten. Die künftige First Lady, die eigentlich viel lieber Frau Fischer bleiben möchte, zeigte sich im Interview mit „ZiB“-Anchorwoman Danielle Spera genau so, wie sie ist: natürlich, offen – und so lebensnah, wie man sich eine First Lady nur wünschen kann …

Spera: Frau Fischer, warum gefällt Ihnen der Begriff First Lady nicht?
Fischer: Er steht nicht in der Verfassung! Ich hab den Heinz Fischer geheiratet, er hat sich der Wahl gestellt und ist gewählt worden. Ich bekomme dadurch kein eigenes Amt verliehen.
Spera: Gibt es trotzdem irgendwo eine First Lady, mit der Sie sich identifizieren können?
Fischer: Anna Annan, die Frau des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan. Mir imponiert der stille Rückhalt, den sie ihrem Mann gibt, und der eigene Weg, den sie trotzdem gegangen ist.
Spera: Es heißt, mit den Fischers wird die Hofburg entstaubt, der imperiale Glanz fällt weg …
Fischer: Den imperialen Glanz bringen ja schon unsere schönen Gebäude. Man soll unser kulturelles Erbe schätzen, sich darin aber wie ein Mensch des 21. Jahrhunderts bewegen.
Spera: Sie haben gesagt, Sie wollen in der Hofburg ein Klima des offenen Dialogs pflegen. Wie soll das aussehen?
Fischer: Indem man sich für die Menschen Zeit nimmt. Und mit eigenen Vorstellungen an die Bürger herantritt.
Spera: Sie sind ausgebildete Textildesignerin, haben am Museum für Angewandte Kunst gearbeitet. Haben Sie es je bereut, Ihren Beruf wegen der Familie aufgegeben zu haben?
Fischer: Im Gegenteil – ich habe meinen Beruf aufgegeben, um Kinder zu bekommen! Mein Arzt meinte damals, ich solle mir mehr Ruhe gönnen, dann könnte es mit dem Kinderkriegen klappen. Ich hatte also einen anderen Einstieg: Wenn man um Kinder kämpfen muss, sieht man manches gelassener.
Spera: Ihre Lebensweise entspricht so gesehen nicht dem typischen sozialdemokratischen Frauenbild …
Fischer: Ich empfinde mich aber als Sozialdemokratin. Vor allem, was meine soziale Einstellung betrifft. Ich sage nicht, dass Frauen berufstätig sein müssen, sondern sie sollen
die Möglichkeit haben, den Weg zu wählen, der ihnen am meisten entspricht.
Spera: Stehen Frauen heute mehr unter dem Druck, berufstätig sein zu müssen?
Fischer: Ja, aus ökonomischer, aber auch aus gesellschaftlicher Sicht. Man gilt nicht mehr als ganzer Mensch, wenn man keinen Beruf hat.
Spera: Wie war das bei Ihnen?
Fischer: Jeder Mensch braucht Anerkennung. Ich hatte das Glück, diese Anerkennung von Heinz und meinen Kindern zu bekommen. Bestätigung von außerhalb habe ich in meiner zehnjährigen Tätigkeit für die
Idee eines Science Centers bekommen, das hat sehr gut getan. Das war für mich ein Stück Selbständigkeit.

Das komplette Gespräch finden Sie im neuen WOMAN