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Frauenpower: Die Macht der Jungen

Frauen in der Politik sind längst keine Exotinnen mehr. Wir haben uns an
sie gewöhnt – auch in Spitzenpositionen. Aber die länger etablierten Politikerinnen schlugen sich ihren Weg noch gegen viel männlichen Widerstand frei. Jetzt ist eine neue Generation Frauen aufmarschiert, die von ihren Vorkämpferinnen profitiert. Für sie ist es selbstverständlich, genauso gut – wenn nicht besser – wie ihre männlichen Konkurrenten zu sein.


Frauenpower: Die Macht der Jungen
© Jantzen

Eines eint die Vertreterinnen aller Parteien – Sonja Wehsely, Wiener Frauenstadträtin, Ulrike Sima, Wiener Umweltstadträtin, Carina Felzmann, VP-Abgeordnete, Maria Vassilakou, Chefin der Wiener Grünen –: Sie nehmen für sich in Anspruch, ihren Platz dank Fleiß und Kompetenz erobert zu haben.

Mitmachen. Sonja Wehsely: „Für mich steht fest: Politik findet statt, da misch ich doch lieber mit als nur zuzusehen. Bald ist es selbstverständlich, dass Frauen Politik machen. Dann erübrigt sich auch die ewige Frage, was sich ändert, wenn mehr Frauen dabei sind.“ Politik bestimmt das Leben von Wehselys Familie: Der Lebensgefährte ist ebenso politisch engagiert wie der Schwiegervater, Sohn Max (9 Jahre) nimmt’s gelassen.

Stadträtin Ulli Sima meint seufzend: „Politikerinnen stellen ihre Kompetenz täglich unter Beweis. Dennoch werden sie dreimal so kritisch bewertet wie Männer. Als ich aus der Umweltbewegung in die Politik gewechselt bin, habe ich schnell gelernt, dass ich mich inhaltlich doppelt so gut auskennen muss, um bei Männern auf Akzeptanz zu stoßen.“ Sima ließ sich nicht abschrecken, bald setzte sich die Quereinsteigerin in der SPÖ durch und übernahm den gesamten Umweltbereich.
Maria Vassilakou ist grüne Spitzenkandidatin für die kommenden Wiener Wahlen, Exchef Christoph Chorherr hat der Dolmetscherin und Linguistin aus Athen Platz gemacht. Aber Vassilakou hat auch das Ihre beigetragen. „Mit Geduld, Entschlosssenheit und immer wieder harter Arbeit setze ich mich gegen die männliche Konkurrenz in der Partei durch.“ Hahnenkämpfe in der Politik seien out, findet Vassilakou, stattdessen setzt sie auf Soft Skills: „Ich erreiche genauso viel mit meiner Bereitschaft zuzuhören, Rücksicht zu nehmen und zu vermitteln.“ Das schätzen offenbar auch die Männer.

Frauen nicht als Zierde. Carina Felzmann, ÖVP-Abgeordnete und engagierte Geschäftsführerin einer PR- und Marketingagentur, erklärt bescheiden: „Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als es um die Besetzung von Funktionen ging.“ Aber auch das ist ja eine Kunst, die gelernt sein will. „Die Sterne stehen für Frauen in der Politik heute günstig – niemand kann es sich leisten, uns als bunte Zierschmetterlinge zu halten. Wie kann man mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht berücksichtigen?“

Starke Vertretung. Diese Frage ist auch für den Politikforscher Peter Filzmaier ausschlaggebend: „In einer repräsentativen Demokratie sollen sich alle vertreten fühlen, ob arm oder reich, jung oder alt, Bauer oder Unternehmer. Erst recht gilt das für Frauen, die größte Gruppe.

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