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Gipfeltreffen: „Eine äußerst bittere Bilanz“

Vor exakt 18 Monaten löste Maria Rauch-Kallat den ersten männlichen Frauenminister, Herbert Haupt – im Zivilberuf Tierarzt –, ab. Eineinhalb Jahre Frauenpoli-tik unter neuer Führung. Zeit für WOMAN, Zwischenbilanz zu ziehen. Und nachzuhaken …


Gipfeltreffen: „Eine äußerst bittere Bilanz“
© Rois
  • Im Oktober gab es den höchsten Wert an Arbeitslosenzahlen der vergangenen 20 Jahre, wobei der Anstieg ausschließlich weiblich war: Es gibt 108.000 Frauen, die einen Job suchen.
  • Die Zahl der Frauen in Vollerwerbsberufen ging von 1991 in zehn Jahren um 54.000 zurück.
  • Die Gesamtakademikerquote der Frauen beträgt nur 4,8 Prozent, die der Männer 7,8 %.
  • Die Frauenerwerbsquote sank von rund 70 Prozent 2001 auf 63 Prozent im Jahr 2003.
  • Die 20- bis 39-jährigen Österreicherinnen wünschen sich im Durchschnitt 1,9 Kinder. Oft stoßen sie mit diesem Wunsch auf Hindernisse: fehlende Kinderbetreuungsplätze, mangelnde Bewusstseinsbildung in Sachen Arbeitsaufteilung zwischen Partnern. Und häufig scheitert die Erfüllung des Kinderwunsches schlicht an den finanziellen Möglichkeiten. So bleibt eine Geburtenrate von 1,33 Prozent.
  • Der Verdienstentgang von Müttern beträgt bis zum 17. Lebensjahr des Kindes 107.000 Euro.
  • Nur 24 Prozent der Frauen unter 40 sind mit ihrem Einkommen zufrieden.
  • Im Vorjahr arbeiteten fast 36 Prozent der Frauen Teilzeit.
  • Im August 2004 waren 156.110 Frauen geringfügig beschäftigt.

Die Folgen: geringes Gehalt, prekäre Situation bei der Sozialversicherung, geringe Pension, kaum Aufstiegschancen. Lösungen gefragt. Nicht jammern, sondern handeln, war das Motto von Frauenministerin Maria Rauch-Kallat bei ihrem Amtsantritt. In einem WOMAN-Interview sagte sie damals: „Ich sehe meinen Auftrag darin, mich in alle Ressorts mit Frauenbelangen einzumischen und mich für Frauenanliegen einzusetzten.“
Die grüne Vizechefin Eva Glawischnig wirft Frauenministerin Maria Rauch-Kallat vor, genau das zu versäumen. WOMAN bat die Politikerinnen zum Gespräch über aktuelle Frauenfragen.

Woman: Frau Minister, wie viele Pressekonferenzen und öffentliche Stellungnahmen haben Sie seit Ihrem Antritt als Frauen- und wie viele als Gesundheitsministerin gegeben?
Rauch-Kallat: Ich denke, es war ein Viertel als Frauenministerin und drei Viertel als Gesundheitsministerin. Die personellen Kapazitäten zwischen dem Frauen- und dem Gesundheitsbereich sind neun zu eins aufgeteilt. Das habe ich so von meinem Vorgänger übernommen. Aber ich habe das Personal in der Frauensektion aufgestockt.
Woman: Um wie viele Mitarbeiter?
Rauch-Kallat: Vier oder fünf. Und das, obwohl ich jedes Jahr fünf Prozent der Mitarbeiter reduzieren muss.
Glawischnig: Wir haben uns wirklich alle gefreut, dass es nach Herbert Haupt wieder eine Frauenministerin gibt. Aber wenn ich so auf Ihre Amtszeit zurückblicke, ist die Bilanz eine sehr düstere. Sie haben die Erwartungen nicht erfüllt. Mir ist nichts aufgefallen, was Sie vorangetrieben hätten. Wir haben Probleme beim Budget und im Frauenberatungsbereich. Die Frauenarbeitslosigkeit steigt seit Monaten – und es gibt keine Aussage der Frauenministerin dazu.

Das komplette Gespräch lesen Sie im neuen WOMAN