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Harvard-Formel: DAS macht wirklich glücklich!

Ruhm. Reichtum. Das sind laut Umfragen die wichtigsten Ziele der meisten Menschen. Was in Wahrheit glücklich macht? Haben Harvard-Forscher nun herausgefunden.

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Harvard-Formel: DAS macht wirklich glücklich!
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Was würde dich glücklich machen? Seit ewigen Zeiten antworten Menschen in Umfragen darauf ähnlich: "Wenn ich mehr Geld hätte!" Oder: "Wenn ich nicht mehr arbeiten müsste." Auch gerne genannt: "Wenn ich mehr Zeit für mich hätte." Und: "Wenn ich berühmt wäre."

Ha, Kinder! All das macht zwar das Leben gemütlicher (außer Ruhm, da wird es vermutlich sogar ungemütlicher). Aber echtes Glück? Bringen Reichtum, Ruhm und Zeit dann auch nicht. Jetzt sind das natürlich altbekannte Platitüden ("Geld allein macht auch nicht glücklich!"). Weshalb Forscher der Universität von Harvard der Sache mit dem Glück einmal wissenschaftlich auf den Grund gehen wollten.

Erforscht: DAS macht wirklich glücklich

Wir holen nun ein wenig aus, denn: pseudowissenschaftliche Studien gibt es wirklich zuhauf. Weshalb wir in diesem Fall genauer erklären wollen, dass es sich bei der Harvard-Glücksformel nicht um Humbug und Firlefanz handelt.

Für die Untersuchung wurden 500 Männer seit 1938 wissenschaftlich mit Interviews, aber auch ärztlichen Untersuchungen begleitet – zum Teil wurden auch ihre Ehepartner einbezogen.

Die Männer kamen aus zwei unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Ein Teil stammte aus wohlhabenden, der andere aus eher schlechteren Verhältnissen. Das Leben der Männer nahm ganz unterschiedliche Wege. Manche wurden Ärzte, Anwälte oder erfolgreiche Unternehmer. Andere waren beruflich erfolglos, wurden Alkoholiker oder litten an psychischen Erkrankungen wie Depressionen.

Die Harvard-Glücksformel: Nur die Liebe zählt

Die Auswertung zeigte, was Gesundheit, Wohlbefinden und Glück der Studienteilnehmer am meisten beeinflusste: Je liebevoller und intensiver die Beziehungen mit nahestehenden Menschen, allen voran dem Lebensgefährten, waren, desto glücklicher und gesünder waren die Probanden.

Lebten die Männer in stabilen Beziehungen, dann waren sie auch am besten vor chronischen Krankheiten, psychischen Leiden und im Alter sogar vor Erinnerungsverlust geschützt.

Dabei war es interessanterweise völlig egal, ob die Beziehungen durchwegs harmonisch verliefen. Studienleiter Dr. Robert Waldinger (hier im TED-Talk): "Einige unserer 80-jährigen Paare gingen sich furchtbar auf den Nerv, hatten sogar fast täglich einen kleinen Streit."

Beziehung: Im Ernstfall muss man sich aufeinander verlassen können

Entscheidend sei ein anderer Faktor: "Die Paare müssen wissen, dass sie sich im Ernstfall aufeinander verlassen können." Dieses Wissen gebe die dringend benötigte Sicherheit und Geborgenheit, die bis ins hohe Alter für psychisches und körperliches Wohlbefinden sorgt.

Doch auch wenn kein Lebenspartner vorhanden war, zeigte sich die Wichtigkeit von Beziehungen für unser Glück. Suchten sich etwa Pensionäre im Ruhestand neue Freunde, dann ging es ihnen ebenfalls körperlich und geistig besser.

Waldinger: "Unsere Untersuchung ging über 75 Jahre lang. Es ist damit erwiesen, dass es Menschen dann gut geht, wenn sie sich auf ihre Familie und ihre Freunde verlassen können, bei ihnen Sicherheit und Rückhalt finden." Was die Harvard-Forschung freilich nicht nachweisen konnte: Ob es nicht für Menschen, die von Haus aus glücklicher und gesünder sind, schon mal per se leichter sei, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufrecht zu erhalten. "Faktum aber ist," so Waldinger, "dass gute Bande zu anderen Menschen wesentlich für die körperliche und geistige Gesundheit sind."