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Heiratsscheu: Mütter ohne Hochzeitstag

Immer mehr Frauen sparen sich trotz Kind das Ehegelöbnis. In WOMAN sprechen Eheverweigerinnen über die Gründe.


Heiratsscheu: Mütter ohne Hochzeitstag
© Bokmeier

Früher brach eine Welt zusammen: Die Schande eines unehelichen Kindes reichte aus, um eine Frau für immer ins gesellschaftliche Out zu drängen. Umgekehrt war die Welt wieder heil, wenn der Kindsvater sich doch noch zu seiner Verantwortung bekannte und die Schwangere zum Traualtar führte – Liebe hin oder her.

Was damals mit allen Mitteln vermieden werden musste oder notfalls unter den Tisch gekehrt wurde, passiert heute zuhauf, fast könnte man von einem Trend sprechen: Laut statistischem Zentralamt wird bereits mehr als jedes dritte Baby unehelich geboren (35 Prozent). Zum Vergleich: 1991 war es noch jedes vierte Kind, Mitte der 60er Jahre gar nur jedes zehnte.

Auch heute noch trifft nicht jede Frau diese Entscheidung ganz freiwillig, oft zwingen sie auch die Umstände dazu. Lehnt der leibliche Vater beispielsweise das Kind ab, bleibt der Mutter nichts anderes übrig, als den erwünschten Nachwuchs alleine großzuziehen. Wie oft sich die Freude der Männer in Grenzen hält, hat eine deutsche Studie unter unehelichen Lebensgemeinschaften untersucht: Nur 44 Prozent der Männer zeigten sich ob der bevorstehenden Vaterschaft erfreut. 27 Prozent reagieren ablehnend oder zumindest zurückhaltend.

Kein Heiratszwang. Doch selbst wenn der neue Erdenbürger beiden Elternteilen willkommen ist und die Mutter somit einer Zukunft als erziehendes Paar entgegensieht, ist der Weg zum Traualtar längst nicht mehr die logische Konsequenz.

Immer mehr Frauen sagen nämlich bewusst „Ehe? Danke, nein!“ Sie können es sich sprichwörtlich leisten: Weil sie finanziell zunehmend auf eigenen Beinen stehen, sind Frauen nicht mehr im gleichen Maße wie früher auf einen „Versorger“ angewiesen. Doch das ist noch lange nicht der einzige Grund. „Die Institution Ehe hat einfach an Bedeutung verloren. Besonders in städtischen Gebieten ist ein Zusammenleben ohne Trauschein für viele Ausdruck eines unkonventionellen Lebensstils“, erklärt Josef Kytir, Experte der Statistik Austria.

Der Bevölkerungsfachmann hat den Wandel der Familientraditionen in Österreich mehrfach untersucht. Sein Fazit: „In manchen Regionen sind uneheliche Geburten schon lange akzeptiert, die Tendenz dazu steigt aber in allen Teilen Österreichs.“ Ein Umstand, dem auch der Gesetzgeber nachgekommen ist: Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich Schritt für Schritt verbessert. Erst vor kurzem wurden uneheliche Kinder im Erbrecht den ehelich geborenen gleichgestellt.

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Thema: Hochzeit