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Im Einsatz: Top-Chefinnen, die Gutes tun

Krisenmanagement: Hinter den Asien-Hilfsprojekten stecken beinharte Profistrategien. Und kompetente Frauen ...


Im Einsatz: Top-Chefinnen, die Gutes tun
© Froese

Einst jonglierte sie mit Zahlen und Bilanzen. Da saß sie noch in ihrem damaligen Büro des Bankenmultis RZB.

Auch in Monika Unterleuthners heutigem Job spielen Hard Facts und Budgets eine große Rolle – aber als Leiterin der Abteilung Internationale Hilfe des Roten Kreuzes hat sie noch mehr Verantwortung zu tragen: Wenn in einem Land eine Katastrophe ausbricht, bestimmt die 43-Jährige die beste Strategie für die Hilfseinsätze vor Ort. Sie koordiniert die Projekte mit den 181 Rotkreuzstellen weltweit und stellt für die Einsätze in kürzester Zeit die passende Mannschaft an Fachpersonal auf die Beine – seien es Logistiker zur Verteilung von Nahrungsmitteln, Decken oder Kleidung, Mediziner, Wassertechniker oder Telekommunikationsexperten. „Die Verantwortung, die richtigen Leute in schwierige Gebiete zu schicken, ist groß. Das Team muss nicht nur fachlich kompetent, sondern auch psychisch in der Lage sein, den enormen Stress bei diesen Einsätzen zu bewältigen. Meine größte Sorge ist, dass einmal einer nicht mehr zurückkommt. Das wäre das Schlimmste in meinem Job …“

Alltag in Extremsituationen. Unterleuthners Führungsjob spielt sich nicht bloß hinter ihrem Schreibtisch ab, sondern auch vor Ort in den belasteten Regionen. Ob in den Kriegs- und Krisengebieten Sarajevo, Ruanda oder Irak – die international erfahrene Managerin weiß aus eigener Erfahrung: Der psychische Druck und das Risiko sind bei diesen Auslandsreisen immer dabei. Umso mehr kommt es darauf an, in diesen Extremsituationen nicht die Nerven zu verlieren. „Besonders wichtig ist die Arbeit im Team“, erklärt Unterleuthner. Denn ein bekanntes Phänomen, in das Einsatzkräfte schnell hineinkippen: Wenn sie in der grenzenlosen Zerstörung in kürzester Zeit und unter schwierigsten Bedingungen so viel wie möglich weiterbringen wollen, übersehen sie oft ihre Grenzen. Kein Hunger, kein Durst, keine Erschöpfung. Nur die Arbeit. „Die Belastung ist für den Einzelnen oft nicht spürbar. Deshalb müssen die Einsatzteams gut eingespielt sein und untereinander im Austausch bleiben. So können sie sich gegenseitig beobachten und stopp sagen, wenn Grenzen ausgelotet sind.“

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