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Weltfrauentag: Demonstration für mehr Frauenrechte von Polizei in der Türkei gewaltsam beendet

Das passt im allzu bittersten und wortwörtlichsten Sinne wie die Faust aufs Auge zum Weltfrauentag: In Istanbul wurde eine Demonstration gegen Gewalt und für mehr Frauenrechte mit Gewalt von der Polizei beendet.

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Demonstration zum Weltfrauentag in Istanbul
© Reuters/ Osman Orsal

Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht, Pressefreiheit - immer mehr für uns so selbstverständliche Grundrechte werden in der Türkei gerade regelrecht mit Füßen getreten. Und aktuelle Bilder erschrecken wieder aufs Neue wie hier die Polizei gegen die eigene Bevölkerung vorgeht:

Am Sonntag demonstrierten hunderte Frauen in Istanbul für Gleichberechtigung sowie gegen Gewalt, doch die Exekutive löste die Versammlung mit Gewalt und Gummigeschossen auf.

Bewusst wurde die Kundgebung vom Weltfrauentag am 8. März vorgezogen, um so mehr Teilnehmerinnen anzuziehen. Offiziell wurde die Demonstration jedoch aus Sicherheitsgründen von den Behörden verboten. Und so kam es ebenso in Ankara bei einer hier stattfindenden Demonstration für mehr Frauenrechte zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Demonstration zum Weltfrauentag in Istanbul

Gewalt gegen Frauen stehen bedauerlicherweise in der Türkei auf der Tagesordnung: Laut UNO ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Türkei zu häuslicher Gewalt kommt zehn mal höher als in allen Ländern der Europäischen Union. Darüber hinaus ist der weibliche Anteil in der arbeitenden Bevölkerung weitaus geringer. So liegt das Land beim Gleichberechtigungsindex des UN-Entwicklungsprogramms UNDP nur auf Rang 77 von 138 weltweiten Plätzen.

Daran ändern wird die konservativ-islamische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan wohl kaum etwas. Höchstens in die falsche Richtung...

Demonstration zum Weltfrauentag in Istanbul