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Job & Kinder: „Ich will nicht tauschen“

Power. Beide machen Karriere: Die eine ohne, die andere mit vier Kindern. Museums-Capo Gabi Zuna-Kratky & Gärtnerei-Chefin Helga Starkl im WOMAN-Talk.


Job & Kinder: „Ich will nicht tauschen“
© Peralta

Sie sind fast gleich alt und blicken auf glänzende Karrieren. Aber auch auf zwei Lebensmodelle, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Gabriele Zuna-Kratky, 47, steht seit fünf Jahren an der Spitze des Technischen Museums Wien, nachdem sie den Lehrberuf an den Nagel gehängt hatte. Und damit auch den Kinderwunsch. Diesen wiederum hat sich Gartencenterchefin Helga Starkl, 45, bewusst zum Ziel gemacht und für ihre vier Kinder (19, 16, 14 und 13 Jahre) auf den Job als Chirurgin verzichtet.

Der Preis ist in beiden Fällen hoch. Doch wie legt man es am vernünftigsten an? Zuerst ein Sicherheitsnetz schaffen, sich beruflich verwirklichen und – vermutlich (fast zu) spät – Familie planen? Besser erst ein Baby bekommen und sich dann voll in den Job hineinknien? Oder: Überhaupt auf Kinder verzichten? WOMAN fragt zwei Spitzenfrauen über ihren Weg nach oben.

WOMAN: Sie stehen beide an der Spitze eines Unternehmens. Hatten Sie immer schon Großes vor in Ihrem Leben?
Starkl: Ich wollte eigentlich Chirurgin werden, aber auch Familie haben. Mein Studium habe ich in Mindestzeit absolviert und mit 24 geheiratet. Mit 26 wurde ich zum ersten Mal Mutter. Und drei Jahre später – mitten im Turnus – das zweite Mal. Ich habe die Ausbildung beendet, wusste aber: Zwei Babys und zehn Nachtdienste pro Monat – das spielt es nicht! Also habe ich umgesattelt und bin in die Firma meines Mannes eingestiegen. Ich hätte auch Praktische Ärztin sein können, aber die Geschäftsführung war die größere Herausforderung!
Zuna-Kratky: Das ganze Leben als Lehrerin zu arbeiten, so wie es meine Eltern für mich vorsahen, wäre mir auch zu wenig gewesen. Ich wusste immer, dass ich mehr kann und will.
WOMAN: Aber einen Lehrertisch tauscht man vermutlich leichter gegen den Chefsessel als ein Skalpell gegen eine Gießkanne …
Starkl: Viele Leute haben mich damals gefragt, ob ich spinne! Für mich war das Geschäft aber nie weniger wertvoll. Ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe. Mit vier Kindern hätte ich meinen Traumjob ohnehin nie ausüben können.
Zuna-Kratky: Großartig, wie Sie Beruf und Familie schupfen! Bei meinem Job würde das nicht gehen. Ich komme nie vor Mitternacht ins Bett …
Starkl: Das tue ich auch nicht! Wenn die Arbeit erledigt ist, fordern meine Kinder höchste Aufmerksamkeit. Man darf einfach nicht müde werden!
Zuna-Kratky: Wahnsinn! Wenn man einen Job hat, der einem zu viel wird, kann man ihn wechseln. Aber Kinder kann man schwer weggeben. Eine echte Lebensaufgabe!

Das ganze Gespräch lesen Sie im neuen WOMAN