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Johanna Dohnal: „Bin wütend“

Die erste Frauenministerin war für ihre Kompromisslosigkeit gefürchtet. Jetzt rechnet sie im WOMAN-Interview mit der Frauenpolitik der Regierung ab.


Johanna Dohnal: „Bin wütend“
© Jantzen

Als Frauenministerin wurde Johanna Dohnal bekämpft und angefeindet. Sie war radikal, unnachgiebig und schwierig. Bis sie 1995 aus der Regierung ausscheiden musste. Für all das, was sie während ihrer 16 Jahre Regierungszeit durchgesetzt hatte, wurde sie von den einen heiß geliebt, von den anderen gehasst. An Beleidigungen und Beschimpfungen war seinerzeit kein Mangel. Heute sagt die 66-Jährige: „Verletzt hat mich einiges, aber mein Credo war: Nie was anmerken lassen.“ Mittlerweile wird Dohnal sogar von früheren Politgegnern als Ikone der Frauenpolitik dargestellt: „Das interessiert mich nicht, ich bekomme das ja kaum mit.“

Meilensteine. 1979 holte Bruno Kreisky Dohnal als Staatssekretärin, nachdem sie schon einige Karrierestufen in der Partei durchlaufen hatte. Ab da gelangen ihr große frauenpolitische Würfe: die Fristenregelung, der Gewaltschutz, der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, die Möglichkeit zur Väterkarenz. Dafür wurde sie von vielen Frauen verehrt, aber dabei mach-te sie sich immer noch mehr Feinde. „Beruflich gab es kaum jemanden, der zur Johanna gestanden ist“, erzählt heute eine Wegbegleiterin.

Ihre großen Anliegen wie die eigenständige Existenzsicherung aller Frauen und die Besserstellung von Frauen in der Arbeitswelt trieb Dohnal mit Hartnäckigkeit und Ungeduld voran.

Beharrlich auf ihrem Weg. Heute lebt Dohnal mit ihrer Lebensgefährtin in Niederösterreich. Noch immer ist sie im ganzen Land unterwegs, hält Vorträge, besucht Frauenorganisationen, nimmt an Veranstaltungen teil. Im ausführlichen WOMAN-Interview erklärt sie, warum gute Frauenpolitikerinnen nie geliebt werden und dass aus dem Feminismus noch lange nicht „die Luft draußen“ ist.

Das große Interview mit Johanna Dohnal lesen Sie im neuen WOMAN