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Kalte Liebe: „Er tat mir so weh!“

Mutter und Ehemann machten ihr Leben zur Hölle. In WOMAN erinnert sich Christiane Tautscher an ein Martyrium aus Gewalt und Terror.


Kalte Liebe: „Er tat mir so weh!“
© Werk

Sie ist endlich zuhause. In Salzburg. Da, wo sie sich ihr Leben lang hingesehnt hat. Christiane Tautscher, 56, sitzt in ihrem Wohnzimmer und greift nach einer Zigarette. Ihren Mund hat sie rot angestrichen, die Farbe soll die tiefe Narbe an der Oberlippe kaschieren. „Heute will ich chic sein“, sagt sie mit rauchiger Stimme. Sonst versteckt sie die Wunden nicht. Nicht mehr.

„Früher habe ich mich für die Blutergüsse geschämt, die mir dieses Schwein zugefügt hat!“, legt sie ohne Umschweife los. Doch nie hätte sie ihren Mann verraten: „Provoziere ihn nicht, dann wird er dich nicht schlagen. Und denk ja nicht daran, dich scheiden zu lassen. Du bringst Schande über die ganze Familie!“, hatte ihr die eigene Mutter eingebläut. „Die war der Meinung, dass Frauen Geschöpfe zweiter Klasse sind und ohne Männer nicht leben können. Das hat sie mir bis zu ihrem Tod suggeriert. Als sie starb, war ich heilfroh!“

Unterdrückt. Als H. Christiane Tautscher – dem Initial H ihres ersten Vornamens will sie ob der dunklen Vergangenheit keine Bedeutung beimessen – nach den Kriegswirren 1948 zur Welt kommt, ist sie unerwünscht: „Für meine Mutter war ich ein unehelicher Balg. Sie hatte kein Geld, um mich durchzufüttern, und schob mich in eine Pflegefamilie ab. Nach vier Jahren riss sie mich wieder hinaus, zog mit mir nach Deutschland und presste mir sukzessive jegliches Selbstbewusstsein aus den Adern“, erinnert sich Tautscher. Im Wissen um die ebenso tragische Kindheit ihrer Mutter verfängt sie sich in Selbstvorwürfen, verdrängt ihre eigenen Bedürfnisse und wird zum Spielball jener Frau, die sie geboren hat: „Ich habe alles gemacht, wie sie es wollte. Ich durfte nicht studieren, bin nicht weggegangen, musste immer bei ihr sein.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN

Thema: Liebe