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Langes Warten: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Sie bangen um das Leben ihrer Liebsten. In WOMAN sprechen Angehörige über Hoffnung und Ängste …


Langes Warten: Die Hoffnung stirbt zuletzt
© Kolp

Ganz gleich, ob beim ersten Augenaufschlag in der Früh, in der Arbeit, im Gespräch mit Freunden, beim Abendessen mit der Familie oder vor dem Schlafengehen: Immer wieder wandern Daniels Blicke zur Tür. „Wann steht Mama vor mir? Wann darf ich sie endlich wieder umarmen? Wann hört dieser schreckliche Alptraum nur auf?“

Solche Fragen stellt Daniel Gartner, 15, nur sich selbst. Niemals vor seiner Familie oder was davon noch übrig ist. Außer seinem Onkel, Heinrich Seper, und seiner Oma hat der Teenager aus Unterwart im Burgenland niemanden, der ihm über seine Trauer hinweg hilft – von seinem Vater hat er die letzten dreizehn Jahre nichts mehr gehört. Und obwohl eigentlich er das Kind ist, das seine Mutter Karin, 38, durch die Flutkatastrophe in Thailand womöglich für immer verloren hat und daher Trost und Fürsorge im Kreise der Angehörigen wohl am dringendsten benötigt, sammelt der Maschinenbaulehrling seine ganze Kraft, um sein Leid vor der Familie versteckt zu halten.

Zwischen Hoffen und Bangen. „Meine Oma ist mit den Nerven am Ende. Ich höre sie jede Nacht weinen“, erzählt Daniel. Seine Augen sind aufgedunsen. Die dunklen Schatten verraten, dass auch er in der Nacht kein Auge zubekommt. Doch um seiner Großmutter noch mehr Kummer zu ersparen, meidet Daniel das Thema, schaltet den Fernsehapparat ab, sobald wieder neue Berichte gezeigt werden. „Er ist so gefasst und ruhig. Buben in seinem Alter stecken das leichter weg“, sagt sein Onkel, der sich wie ein Vater verantwortlich fühlt. Tatsächlich rekapituliert Daniel die Ereignisse der letzten Tage überraschend nüchtern: „Mama war mit Freunden in Khao Lak auf Urlaub. Darauf hat sie das ganze Jahr hingespart. Am Heiligen Abend haben wir das letzte Mal telefoniert – da ging es ihr noch gut.“

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