Ressort
Du befindest dich hier:

Margit Fischer: Eine Frau für alle (Not-)Fälle

Eine „First Lady“ nach US-Vorbild wollte sie nie sein. „Ich bin die Frau des Präsidenten, aber immer noch die Margit Fischer“, hatte sie gleich nach dem Wahltag gesagt. „Und diese Margit Fischer ist ein zurückhaltender Mensch, der sich die Dinge erst einmal genauer anschaut.“


Margit Fischer: Eine Frau für alle (Not-)Fälle
© Tesarek

Mit dieser Zurückhaltung hat Margit Fischer, 61, in den letzten acht Monaten die Herzen der Österreicher erobert. Ihre Aufgaben an der Seite ihres Ehemanns – u. a. Staatsbesuche empfangen oder absolvieren und für mitgereiste Ehepartner Alternativprogramme zu ersinnen – erledigt sie souverän. Doch immer mehr absolviert sie Termine ohne Heinz und startet eigene Projekte.

Engagiert. Am wichtigsten ist Margit Fischer ihr soziales Engagement: So ist sie das Gesicht zur aktuellen Spendenkampagne der Volkshilfe „Armut geht uns alle an“ und posierte für den Jahreskalender des Instituts „Leben Lachen Lernen“ der Plattform Down-Syndrom Österreich. In WOMAN erklärt Margit Fischer, warum sie sich öffentlich für andere Menschen einsetzt und wie sich ihr Leben seit der Präsidentschaftswahl verändert hat.

Woman: Frau Fischer, Sie bekommen täglich stapelweise Briefe auf den Tisch, in denen Sie gebeten werden, die Schirmherrschaft über dieses oder jenes soziale Projekt zu übernehmen. Fällt es nicht schwer, sich für einige wenige Projekte zu entscheiden?
Fischer: Natürlich, und man muss dabei sehr überlegt und sensibel vorgehen. Alles kann man einfach nicht machen. Mein Engagement gehört den Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben: Behinderte, Flüchtlinge, ältere Menschen und vor allem Kinder. Sie brauchen den größten Schutz in unserer Gesellschaft. Danach suche ich die Projekte aus, die ich unterstützen will.
Woman: Was ist die Grundaussage Ihres sozialen Einsatzes?
Fischer: Jeder Mensch hat eine individuelle Integrität, die ich als sein Menschenrecht betrachte. Ich möchte mich für jene einsetzen, bei denen diese
Integrität durch bestimmte Umstände gefährdet ist.
Woman: Etwa durch Armut …
Fischer: Genau. Vor allem die Kinderarmut sollte wahrgenommen werden. Deshalb auch die Spendenkampagne der Volkshilfe. Wenn möglich, soll jedem einzelnen Kind geholfen werden.
Woman: Was ist neben der materiellen die wichtigste Hilfe?
Fischer: Ich denke, es ist das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden. Wenn ich weiß, dass ich nicht vergessen bin, dann trage ich alles leichter.
Woman: Sie sind selbst Mutter. Kommt daher Ihr Engagement fürs neue Down-Syndrom-Institut?
Fischer: Selbst als Mutter gesunder Kinder kann man sich kaum vorstellen, welche Schwierigkeiten Eltern mit behinderten Kindern Tag für Tag ertragen. Ich denke, es ist die Pflicht von uns allen – denen es gut geht, die solche Belastungen nicht haben –, jenen zu helfen, die mit einer besonderen Situation konfrontiert sind. Menschen sollten nicht dafür bestraft werden, dass sie Herausforderungen annehmen.

Das komplette Interview lesen Sie im neuen WOMAN