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Meine große Karrierestütze

Partnerinnen im Job: Ob Bankerin oder Politikerin – hinter jedem ihrer Erfolge steht eine Frau, die sie inspiriert, managt – und ihr den Rücken freihält …


Meine große Karrierestütze
© Beck

Es ist alles andere als eine verstaubte Chef-Assistenten-Beziehung – obwohl es zwischen knarrenden englischen Bücherkästen und spinnenumwobenen Biedermeierstühlen begann. Dass Gabriele Zuna-Kratky, 47, keine abgehobene Geschäftsfrau ist, die „die Nase rümpft, wenn Arbeit außerhalb des gewohnten Bereiches ansteht“, imponierte Direktionsassistentin Caroline Haas, 37, sofort, als vor fünf Jahren erstmals eine Frau in die Spitze des Technische Museum Wien einzog.

„Ich wollte ihr den Einstieg erleichtern“, erzählt die alteingesessene Museumsmitarbeiterin. Vielleicht lag es daran, dass anfangs nur wenige „die Neue“ als Boss respektieren wollten – zu viele Vorgesetzte waren in den letzten Jahren ein und aus gegangen. Vielleicht auch daran, dass sie die erste Frau im Chefsessel war. Möglicherweise aber auch nur an ihrer natürlichen, unkonventionellen Art – Caroline Haas weiß es nicht mehr so genau. Chefin und Freundin Zuna-Kratky erinnert sich hingegen noch ganz genau: „Als ich die Leitung übernahm, wurde das Museum noch staatlich verwaltet, und es gab kein Geld für Möbel. In den ersten Wochen saß ich in einer Besenkammer. Caro hatte die undankbare Aufgabe, mir dieses Verlies zu zeigen. Ich habe gemerkt, wie peinlich es ihr war.“ Die beiden machten aus der Not eine Tugend. „Wir sind ins Depot gefahren und haben Tische und Sessel zusammengesucht. Wir waren von oben bis unten schmutzig. Aber diese Hilfe vergesse ich ihr nie.“

Auf Abruf bereit. Kompromisslose Einsatzbereitschaft hat auch Pressesprecherin Daniela Reczek, 31, und Frauen- und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, 55, zusammengeschweißt. Die Nacht, als einst die Koalitionsverhandlungen mit den Grünen scheiterten, war die Probe aufs Exempel. Rauch-Kallat, damals noch ÖVP-Generalsekretärin: „Dani hatte Pressedienst, und ich habe sie um viertel nach fünf Uhr morgens angerufen und sie gebeten, eine dreiviertel Stunde später bei der Konferenz der Grünen zu sein.“ Binnen drei Stunden organisierte das Power-Paar schließlich alle Unterlagen für die kommenden Pressekonferenzen – für die Politikerin stand ab da fest: „Das Mädel hat was drauf. Die ist eine echte Stütze.“

Die Gewissheit, dass „das Werkl läuft“, braucht jede Führungskraft, weiß Andrea Bogad-Radatz, 41, ORF-Hauptabteilungsleiterin für Filme und Serien. Wenn die Topmanagerin im Ausland Lizenzverträge aushandelt, sorgen Vertragsadministratorin Pia Steinbrecher, 39, und Büroleiterin Helga Grasinger, 44, für den reibungslosen Ablauf daheim am Wiener Küniglberg: „Helga entgeht nichts. Sie hat feinste Antennen und weiß sofort, wenn es irgendwo nicht gut läuft. Sie ist auch mein Draht zu den Mitarbeitern.“ Mit „meiner Pia“ hat Bogad-Radatz einen Profi mit zwanzig Jahren Berufserfahrung hinter sich, auf dessen Meinung sie zählt. Bogard-Radatz: „Bei der Abwicklung von Verträgen sind Millionen im Spiel. Am Anfang war das Neuland für mich, doch Pia hat mich vieles gelehrt. Heute habe ich die Routine, trotzdem frage ich bei ihr immer noch nach.“ Und Pia Steinbrecher freut’s: „Es bestätigt mich, wenn Andrea Entscheidungen so trifft, wie auch ich sie getroffen hätte.“

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Thema: Karriere