Ressort
Du befindest dich hier:

Nach Büroschluss nicht mehr erreichbar - in Frankreich nun Gesetz

Das Recht abzuschalten - in zweierlei Hinsicht! Das garantiert nun in Frankreich sogar ein Gesetz: Nach Feierabend müssen Angestellte nicht mehr erreichbar sein.

von

Immer erreichbar?
© iStockphoto.com

Nach 21 Uhr summt dein Handy: eine E-Mail mit dem Betreff "Dringend" von deiner Chefin oder eine SMS von deinem Chef. Fühlst du dich verpflichtet, darauf noch am selben Abend zu reagieren?

In Frankreich ist dies seit Beginn des Jahres sogar gesetzlich geregelt: Seit dem 1. Januar 2017 gilt für französische Arbeitnehmende das "Recht auf Abschalten", sie müssen offiziell nach Feierabend nicht mehr erreichbar sein.

Denn in Zeiten von Arbeitshandy, Social Media und beinahe flächendeckendem Internetzugang ist ständige Erreichbarkeit rund um die Uhr keine Seltenheit und durchaus gerne gesehen. Aber dieser Eifer geht leider auf Kosten der Gesundheit.

Und daher hat die französische Regierung Handlungsbedarf gesehen: Das neue Gesetz gesteht Arbeitnehmerinnen und -nehmern zu, Kommunikationsmittel wie Smartphones oder Computer für berufliche Zwecke nach Feierabend einfach auszuschalten, um sicherzustellen, dass Ruhezeiten sowie eine Balance zwischen Arbeit wie auch Familien- und Privatleben respektiert werden.

Aktuell kommunizieren und arbeiten über 37 Prozent der französischen Angestellten selbst nach Feierabend oder am Wochenende. Diese zusätzliche Belastung kann jedoch zu Schlaflosigkeit, geschwächtem Immunsystem, Erholungsunfähigkeit, chronischen Schmerzen bis hin zum Burn-out führen.

Sollte es auch in Österreich eine Gesetzesänderung geben?

Die Zahlen derer, die nach Büroschluss noch erreichbar sind und noch weiter arbeiten, ist auch in Österreich vergleichbar mit jenen in Frankreich. Aber eine Gesetzesänderung würde es diesbezüglich eigentlich nicht brauchen, die derzeitige Gesetzeslage muss theoretisch nur eingehalten werden.

Denn natürlich gelten Telefonate oder die Arbeit außerhalb des Büros als Arbeitszeit. Und eine Pause von 11 Stunden nach einer Arbeitsschicht ist gesetzlich reglementiert. Wird diese nicht eingehalten, kann geklagt werden und das Unternehmen muss Strafe zahlen.

Darüber hinaus kann niemand zu Tätigkeiten außerhalb der normalen Arbeitszeit herangezogen werden, außer es wurde eine sogenannte Rufbereitschaft vereinbart, die jedoch nur höchstens 10 Mal im Monat erlaubt ist - unabhängig davon, ob man ein Diensthandy hat oder nicht.

Kommt es sogar zu einer Kündigung, weil man auf Aufträge außerhalb der Arbeitszeit nicht reagiert, dann sollte man dies unbedingt vors Arbeitsgericht bringen, welches die Entlassung in diesem Fall aufheben würde.

Thema: Karriere

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .