Ressort
Du befindest dich hier:

Rebellin: Karin in der Machtzentrale

Karin Resetarits, 42, hat hoch gepokert und ein EU-Mandat gewonnen. Jetzt will die Vierfachmutter in Brüssel durchstarten.


Rebellin: Karin in der Machtzentrale

Der Einzug ins EU-Parlament glückte Karin Resetarits mit dem Ticket von Hans-Peter Martin leichter als gedacht. In Brüssel tatsächlich ins Parlament vorzudringen bereitet aber doch einige Schwierigkeiten. Die Securityvorschriften hätten es fast verhindert – eine Karin Resetarits kennt dort niemand. Aber die 42-jährige Exjournalistin kann niemand aufhalten. „Mutig und couragiert“ nennen ehemalige Weggefährten ihren Entschluss, bei Hans-Peter Martins Saubermachen in Brüssel mit anzupacken.

Der Schwierige. Ja, schwierig sei er, der Martin, gesteht sie, aber sie habe schon ganz anderes ausgehalten. Und man müsse ja nicht zusammenarbeiten, Martin sei kein Teamplayer und sie ohnehin die geborene Einzelkämpferin. Nur eine von über 700 Abgeordneten, noch dazu fraktionslos? „Ist doch ein Vorteil“, versichert Resetarits, „ich stimme doch nicht ab, wie es die Partei vorschreibt.“ Sondern so, wie es der nächsten Generation nützt, hat sich die Kulturlady in den Kopf gesetzt.
Allianzen. Das bringt gleich ihre neue Kollegin, die grüne EU-Abgeordnete Eva Lichtenberger, auf den Plan. „Vielleicht können wir ja Karin Resetarits für das eine oder andere grüne Thema gewinnen.“ Heftiger Nachsatz: „Sofern ihr Engagement über die Skandalisierung hinausgeht.“

Im Fahrwasser des selbst ernannten EU-Aufdeckers Hans-Peter Martin zu schwimmen empfiehlt Karin Resetarits ohnehin niemand – Kämpfe seien vorprogrammiert, sagen seine ehemaligen Wegbegleiter. Wie sehr Karin Resetarits zu den 14 Prozent Protestwählerpotenzial beigetragen hat, wagt Meinungsforscher Peter Filzmaier nicht zu beurteilen. „Sagen wir mal vorsichtig, es ist durch nichts nachgewiesen, dass sie das zweite Mandat abgesichert hat.“ Aber Resetarits’ „Beihilfe zum Mord an der FP֓ war nicht unwesentlich. Filzmaier: „Sie war zur rechten Zeit am rechten Platz. Die anderen zwei Kandidaten von HPM waren unbekannt – reichlich unpraktisch bei einem Wahlkampf nur mithilfe der Massenmedien. Resetarits hatte als Quereinsteigerin und Nichtpolitikerin ein unbedarftes Image. Das passte Martin genau in den Plan seines Kreuzzugs.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN