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Rebellin: Zerife wollte wieder leben

Zerife, 30, wurde in ihrer Heimat Türkei zur Heirat gezwungen. Sie begann für ihre Freiheit zu kämpfen – und gewann.


Rebellin: Zerife wollte wieder leben
© Jantzen

Zerife Yatkin, 30, betritt das kleine Kaffeehaus in Wien-Ottakring nicht, sie erscheint. Sie ist eine schöne, selbstsichere junge Frau, die die anerkennenden Blicke der vorwiegend männlichen Gäste gelassen und wie selbstverständlich hinnimmt. Das war nicht immer so. Zerife, das türkische Bauernmädchen, wurde als 16-Jährige von ihren Eltern zu einer Heirat mit einem Fremden gezwungen. Daheim in der Türkei.
Heute lebt die jun-ge Frau in Wien, gemeinsam mit ihrem 13-jährigen Sohn Deniz – und aus der Getriebenen wurde eine glückliche und moderne Frau.

Sie schaffte es, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu leben. Heute ist sie Sekretärin an einer Volkshochschule und Grünen-Bezirksrätin in Wien-Hernals. „Auch wenn es ein harter Weg ist, aber keine Frau darf Unglücklichsein hinnehmen“, bringt sie es kämpferisch auf den Punkt. Und sie erzählt über ihren Leidensweg in einer anderen Welt …

Schläge und Zwang. Als elftes von zwölf Kindern hatte Zerife in der türkischen Kleinstadt an der Grenze zu Syrien noch eine glückliche Kindheit. Trotzdem gab es Absurdes. „Die Familie glaubte an Reinkarnation. Mein Vater bildete sich ein, dass ich in einem frühe-ren Leben seine Mutter gewesen war. Das sicherte mir eine besondere Stellung. Und weil ich einmal Rechtsanwältin werden wollte, durfte ich sogar das Gymnasium besuchen“, erinnert sie sich. Mit dem Besuch einer bekannten Familie und deren 23-jährigen Sohn Muhamed sollte alles schlagartig anders werden: „Muhamed, den ich vorher noch nie sah, verliebte sich in mich, seine Blicke waren mir unangenehm.“ Schon am nächsten Tag erfuhr sie vom Vater, dass Muhamed um ihre Hand angehalten hatte. „Ich war erst 15 und hatte vorher nie an Heirat gedacht. Ich wollte das gar nicht“, sagt sie jetzt und senkt dabei den Kopf. Der Vater, der vorher noch nie die Hand gegen seine Tochter erhoben hatte, schlug sie. Zerife: „Ich war innerlich wie tot und musste mich fügen.“

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