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Rentenfalle: Was Frauen jetzt verlieren


Rentenfalle: Was Frauen jetzt verlieren
© Bokmeier

Das Tauziehen um die Harmonisierung war die bislang mächtigste Kraftprobe von Schwarz-Blau II. Und wohl in manchen Momenten auch eine Zerreißprobe: Sowohl Bundeskanzler Schüssel als auch FP-Chefin Haubner brachen die Verhandlungen ab, weil es kein Weiterkommen gab. Heraus kam ein Reformstück, an dem die Regierung lange gebastelt hat – bereits für Ende 2003 war das neue Modell angekündigt worden – und das jetzt nur noch, so behaupten Opposition und so mancher Experte, Spuren einer echten Harmonisierung erkennen lässt.

Steigende Frauenpensionen? In Zukunft gelten nicht mehr die besten fünfzehn Jahre (wie vor der Reform 2003), sondern es gilt das Lebenseinkommen für die Pensionsberechnung. AK-Experte Christoph Klein: „Fast 60 Prozent der Frauen mit Kindern arbeiten Teilzeit und verdienen dementsprechend wenig. Zählen diese Jahre auch für die Pension, führt das zu deutlichen Verlusten, weil die Regierung die Kindererziehungszeiten zu schwach bewertet.“

Anders argumentiert Haubner, die an steigende Frauenpensionen glaubt: „Die jüngere Generation von Frauen ist viel besser ausgebildet und hat eine durchgängige Erwerbslaufbahn ohne große Unterbrechungen.“

Worauf Haubner bei dem Reformwerk besonders stolz ist: „Die Kindererziehungszeiten werden höher bewertet, nämlich mit 1.350 Euro pro Monat bis zum vierten Lebensjahr des Kindes. Arbeitet die Frau daneben Teilzeit, kann sie das Einkommen daraus zu den 1.350 Euro dazurechnen.“

Überlebensnotwendig. AK-Experte Klein differenziert: „Dass Kindererziehungszeiten besser bewertet werden, ist eine Überlebensnotwendigkeit für Frauen. Wenn jetzt alle ihre Jahre zählen, würden sie sonst in die Altersarmut rutschen. Diese 1.350 Euro mindern den Verlust, können die Gesamtverluste aber nicht wettmachen.“ Abgesehen davon, erklärt Klein, handle es sich tatsächlich nur um 1.157 Euro (durch das 13. und 14. Gehalt). „Dass vier Jahre Kindererziehungszeit – auch neben einer Beschäftigung – angerechnet werden, hat schon vor Jahren ein roter Sozialminister eingeführt.“ SP-Frauenchefin Barbara Prammer erwägt gar eine Verfassungsklage, sollte die Reform so im Parlament beschlossen werden. Der Grund: Frauen können laut dem Entwurf die wieder eingeführte Frühpension bis 2028 nicht nutzen. Frühpension gibt es nur für Männer, die drei Jahre vor dem Regelpensionsalter in den Ruhestand treten können.

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