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Sex & Sekte: Madonna voll auf Kabbala

Mit ihrem Religionstick nervt die Pop-Queen Fans und Freunde. Doch nebenbei hat sie tolle Projekte am Laufen.


Sex & Sekte: Madonna voll auf Kabbala

Wäre man eine gute Freundin, dann würde man vielleicht sagen: „Übertreib doch nicht immer so!“ oder „Das hast du doch gar nicht nötig.“ Und bekäme wahrscheinlich die Freundschaft aufgekündigt. Denn wenn Madonna etwas tut, dann voll und ganz – auch wenn’s darum geht, das eigene Image zu demontieren. Wie derzeit mit ihrer immer heftigeren Leidenschaft für die judaische Lehre der Kabbala.
Begonnen hat ja alles als chicer Trend: Mrs. Ritchie trug rote Wollbändchen um den Arm, die sie vor Bösem beschützen sollten, und halb Hollywood machte mit. Auch dass Ehemann Guy Ritchie sich für die Lehre begeistern konnte, weil es „seinen analytischen Männerverstand anspricht, dass Kabbala auf wissenschaftlichen Fakten basiert“, erzeugte bei Geschlechtsgenossinnen Aha-Erlebnisse. Auch vernahm man mit innerer Zustimmung, dass der unfassbar süße, aber doch etwas verzogene Fratz Lourdes in der Kinder-Kabbala-Stunde lernen sollte, auch mal an andere zu denken. Und Madonnas Aussage – „Wenn du tonnenweise Ruhm, Reichtum und Erfolg hast, dann realisierst du, dass dich das nicht glücklich machen kann“ – klang plausibel, wenn auch für unsereins nicht wirklich überprüfbar.

Dass der Star mittlerweile alttestamentarisch „Esther“ genannt werden will, hielt man zuerst für einen Gag. Fälschlicherweise. Wie mag es Freunden gehen, die sie plötzlich so anreden müssen? Die Szene tritt langsam den Rückzug an: Immer mehr der anfänglichen Nachahmer bleiben den Kabbala-Stunden fern. Sogar Ziehtochter Britney Spears sieht man ohne rotes Bändchen, seitdem ihr Verlobter Kevin sie in irdischere Gefilde des Glücks entführt hat.

Der härteste Schlag jedoch war kürzlich die Zurückweisung durch die eigene Gemeinde. Beäugten orthodoxe Rabbiner schon lange misstrauisch das ungebetene Werben der ehemaligen Skandalfrau für ihre Religion, so wurden nun auch Madonnas Mitjünger des Kabbala-Centers in L. A. abtrünnig: Für ihr Konzert im New Yorker Madison Square Garden schenkte die Pop-Queen der Sekte 50 Freikarten in der ersten Reihe fußfrei – Stückpreis 60 Euro aufwärts –, nur um festzustellen, dass die Brüder und Schwestern im Geiste die Tickets per Internet zum Ausrufpreis von 200 Euro versteigerten! Web-O-Ton von Oberhaupt Abner Adag: „Madonna-VIP-Tickets, beste Sitze in der Halle. Wenn Sie die Show sehen wollen, ist das Ihre Chance. Genießen Sie das Konzert von den besten Plätzen.“ Dabei hatte die Sängerin extra ein großes E – für Esther – auf die Boxershorts unter dem Kilt genäht, den sie während ihres Konzerts lüftete …

Für den Glauben hätte die 45-Jährige schon davor fast ihre Gesundheit ruiniert: Statt sich zwischen den anstrengenden Shows ihrer „Re-Invention-Tour“ – mit 112 Millionen Euro Einnahmen und 920.000 Zuschauern übrigens die erfolgreichste Tournee der Saison – ordentlich auszuschlafen, verbrachte sie die Nächte bei kräfteraubenden Kabbala-Sitzungen. Bei zwei ihrer US-Konzerte im Juni war die Pop-Ikone nach Beendigung des Programms hinter der Bühne zusammengebrochen.

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