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Sie gilt als Popstar der Opernbühne, Frauen bewundern sie, Männer verehren sie.

Es war einmal eine Studentin, die als Putzfrau in einem berühmten Opernhaus arbeitete. Nur wenige Jahre später war sie selbst ein umjubelter Star auf den erlesensten Opernbühnen der Welt. Netrebko, die gefeierte Diva der Salzburger Festspiele, wurde im kommunistischen Russland zum Star „gemacht“ – mit eiserner Disziplin, wie eine Spitzensportlerin. Die Opernfans liegen ihr zu Füßen. Und alle Männer sowieso. Marga Swoboda durchleuchtet für WOMAN das Leben von Anna Netrebko.


Sie gilt als Popstar der Opernbühne, Frauen bewundern sie, Männer verehren sie.
© Reuters

Sex, Wodka & Stilettos
In St. Petersburg ist das voll normal. Nachts noch um die Häuser, zum Geburtstag, zur Verlobung oder grundlos glücklich in einen Striptease-Laden gehen. Die Mädchen tanzen, soll sein auf den Tischen, und sonst gar nichts. Also kein Puff, sagt man. Aber dieses Theater in München oder in Wien. Was ist das für ein Weib, jung und schön, das nachts nach der Oper, immerhin nach der Heiligen Oper, noch Wodka will in einem Nacktlokal. Nie gehört von der russischen Seele? In Wien, wenigstens, fand sich ein würdiger Schuppen. In München soll es zwischen Puff und P1 nichts Gescheites geben.

Aber Männer, die man triezen kann, gibt es überall genug. Junge und ältere Männer, die den Verstand verlieren, nur weil sie es
bis an den Tisch der Netrebko geschafft haben.

Drei Wörter Deutsch.
Mit errötenden Ohren lese ich, wie Anna Netrebko bei ausgiebig Rotwein einer hochkarätigen Herrenrunde, eh schon alle saftelnd, ihre markanten Deutschkenntnisse gestanden haben soll: „Schwanz“ war eines von drei Wörtern. Wenn’s wahr ist.

Wahr auf jeden Fall ist das Wort Weltstar. Es liegt der Plot eines Märchens vor: Septemberprinzessin aus dem 71er Jahr, russischer Großfamilien-Villenhaushalt, Papa Geologe, Mama Ingenieur, es gab für russische Verhältnisse von allem mehr, klar, kein Spaziergang. Ich schau mir die Bilder an von Anna Netrebko. Das ist alles sehr unfair. Wie kann eine Frau nur so unschlagbar gut aussehen, auf einem Schnappschuss in einem Restaurant (abgekämpft!) fast noch besser als in diesem roten Opernball- und „Wetten, dass …?“-Kleid, in schmerzverzerrten Opernszenen optisch nicht minder bemittelt, als wenn sie in der Badewanne Werbung für weiß Gott was macht.

Früher reichte eine schöne Stimme.
Dass so etwas Schönes so schön singen kann. Die ganzen großen armen Operndiven, die jetzt nur noch Walküren und Matronen sind. Interessant, dass das früher nie wirklich gestört hat, wenn hundert Kilo Lebendgewicht sich aufs Doppelkinn küssen ließen, ehe die Liebesarie zum Schmettern kam und dass die schwindsüchtige Violetta als Koloss niederging. Das geht jetzt so nicht mehr. Wegen Film und Fernsehen und weil dick oder hässlich oder beides zusammen ein Synonym für Misserfolg geworden ist.

Wenn es nur Anna Netrebko wäre, das Phänomen! Zahllose junge Sängerinnen, insbesondere aus den russischen Gesangs- und Seelenfabriken, schauen aus wie steile Zähne aus dem Importkatalog der Menschenhändler für Ehe- und Bordell-
anbahnungen. Die meisten, sagt Anna Netrebko, singen ziemlich bis sehr gut. Aber nicht gut genug.

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN