Ressort
Du befindest dich hier:

Teenager in Not: „Ich habe abgetrieben“

Immer mehr junge Mädchen werden ungewollt schwanger und treiben ab. Drei Betroffene erzählen über ihre Erlebnisse.


Teenager in Not: „Ich habe abgetrieben“
© Bokmeier

Es war schlimmer als ein Alptraum“, sagt Lisa, „als ich mitbekommen habe, dass ich schwanger bin. Ich bin in Panik geraten und habe nicht gewusst, was ich tun soll.“ Drei Wochen lang hat die damals knapp 14-Jährige sich niemandem anvertraut. „Dann habe ich es doch meiner Mutter gesagt. Die Mama war furchtbar geschockt“, erinnert sich die heute 17-jährige Schülerin.

Sowohl Mutter als auch Tochter haben die Notwendigkeit einer Entscheidung wochenlang verdrängt – und nichts unternommen. „Wir haben damals nur gestritten. Ich bin sogar zu meiner großen Schwester gezogen, weil ich es daheim nicht mehr ausgehalten habe. Meine Schwester hat dann die Initiative übernommen und ist mit mir zur Beratung gegangen.“ Wenige Tage vor Ende der Frist hat Lisa abgetrieben. „Als ich aus der Narkose aufgewacht bin, war zum Glück auch meine Mama da. Wir haben dann über alles geredet. Die Mama hat nicht mehr geschimpft, sondern mit mir geredet. Das war dann gut.“

Mehr junge Mütter. In Österreich liegt das Durchschnittsalter von Mädchen beim ersten Geschlechtsverkehr bei 15,3 Jahren. Über ein Viertel aller Mädchen machen ihre ersten Erfahrungen jedoch schon mit 14. Trotz intensiver sexueller Aufklärung werden nach wie vor viele Minderjährige ungewollt schwanger. Eine relevante Steigerung gibt es vor allem bei den unter 15-Jährigen. So wurden im Jahr 2000 sechs Mädchen unter 15 Mutter, 2001 waren es neun, und 2002 stieg die Zahl sogar auf 12.

Österreich nimmt mit zwölf Schwangerschaften pro 1.000 Teenager europaweit eine Spitzenposition ein. In Europa liegen die britischen Jugendlichen in der Statistik an vorderster Stelle (22 pro 1.000). In den USA kommen sogar 55 Schwangerschaften auf 1.000 Teenager. Die niedrigsten Zahlen weisen die Niederlande (4 pro 1.000) und die Schweiz (5 pro 1.000) auf.

Mangelhaft aufgeklärt. Die mittlerweile 16-jährige Marie wurde schwanger, „weil ich geglaubt habe, dass nichts passiert“. Als die Regel ausblieb, vertraute sich das Lehrmädchen verzweifelt seiner Mutter an. „Ich wollte das Kind bekommen, aber die Mama hat mir gesagt, dass das nicht geht. Sie hat stundenlang auf mich eingeredet und ist mit mir zu ihrem Frauenarzt gegangen. Er hat schon gesagt, dass sie mich nicht zwingen kann, aber sie hat nicht aufgehört. Ich war schon sehr traurig nach der Abtreibung, aber eigentlich bin ich jetzt froh. Ich könnte mich um ein Kind gar nicht kümmern.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN