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Trendwende: Ich bin mollig – was soll’s?Immer mehr Frauen stehen zu ihren Kurven

Essen steht für Sinnlichkeit, Genuss und Lebensfreude“, sagt Margit Köffler. „Ich esse mit Vergnügen, gut und gerne. Und das schlägt sich natürlich auf Bauch und Hüften nieder.“


Trendwende: Ich bin mollig – was soll’s?Immer mehr Frauen stehen zu ihren Kurven
© Jagendorfer

Die 40-jährige Wienerin ist zwar bei einer Größe von 1,74 Meter und einem Gewicht von 75 Kilo kaum übergewichtig, trotzdem hat sie jahrelang gegen ihr Gewicht angekämpft. „Aber nachdem ich alle möglichen Diäten ausprobiert habe, bin ich zu dem Schluss gekommen: Es ist mir viel wichtiger, das Leben zu genießen, als einige Kilos weniger zu haben! Dafür müsste ich mich ständig kasteien.“ Denn Margit Köffler ist nicht nur privat ein echter Genussmensch, sondern als Inhaberin des Cateringunternehmens „Tip Top Table“ auch von Berufs wegen ständig von gutem Essen umgeben. „Ich bin halt“, so die zweifache Mutter lachend, „sehr viel Frau. Ich finde das schön und mein Lebenspartner und die Männer um mich herum zum Glück auch.“

Barockes Lebensgefühl. Nach Jahrzehnten des Schlankheitswahns scheint derzeit tatsächlich eine Trendwende stattzufinden: Hoch dotierte Schauspielerinnen wie Catherine Zeta-Jones, Kate Winslet und Liv Tyler haben kräftig zugelegt – und stehen zu ihren Kurven.

Nach den Diven greifen nun sogar Hollywoods Produzenten den Trend auf, das Publikum mit Kurven ins Kino zu locken: etwa mit der warmherzigen Komödie „Echte Frauen haben Kurven“ (Kinostart: 14. Mai), die die Sorgen und Nöte einer drallen Frau beschreibt – die mühsam, aber letztendlich doch lernt, ihren Körper zu lieben.

Dass weibliche Formen gefragt sind, beweist auch der Erfolg der neuen, viel diskutierten Werbekampagne von Dove. Nicht superdünne Models mit perfektem Körper, sondern ganz „normale“ Frauen mit den eben im Schnitt üblichen Rundungen werben für eine hautstraffende Pflegeserie.

Männer lieben Kurven. Doch was nützte alles Selbstbewusstsein, wenn frau damit allein bliebe? Dass solche Sorgen unbegründet sind, sagt eine neue Studie, die bestätigt, was wir schon lange vermuteten: Laut der aktuellen Befragung des deutschen Forsa-Instituts finden 71 Prozent der Männer „weibliche“ Frauen sexy. Nur matte sieben Prozent der Befragten würden eine dünne Partnerin bevorzugen.

„Männer haben nun einmal gern etwas zum Angreifen“, weiß Margit Haas, Herausgeberin des „Wiener Lokalführers“, aus eigener Erfahrung. Die 40-jährige Wienerin hat nicht nur einen drallen Busen, sondern bei einer Körpergröße von 1,63 Meter und einem Gewicht von 73 Kilo auch rundherum weibliche Üppigkeit anzubieten. Und ist froh darüber: „Als ich noch gertenschlank war, haben mir die Männer auf der Straße zwar öfter nachgeschaut, aber seitdem ich mollig bin, habe ich wesentlich mehr erotischen Zuspruch.“ Trotz dieses erfreulichen Aspekts hat sich die Verlegerin lange Zeit schwer getan, sich mit ihrem höheren Gewicht anzufreunden. Der Grund: „Ich habe früher gerne Designermode getragen. Heute ist es schwierig, Kleidung zu finden, die mir wirklich gefällt. Die Textilindustrie produziert eindeutig an den Frauen vorbei. Es fehlt an gutem Angebot, obwohl die Nachfrage ja wohl eindeutig da ist.“

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