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TV-Exhibitionismus: Frauen, die sich trauen

Für alles offen: Was Frauen dazu treibt, sich vor TV-Kameras liften zu lassen, Familien zu tauschen oder ihre Babys zu gebären.


TV-Exhibitionismus: Frauen, die sich trauen
© Stemmer

Wasser-Shiatsu, 3-D-Ultraschallbild, Bauchabdruck in Gips, jeder gynäkologische Check und als Krönung dann die Geburt – alles auf DVD festgehalten und in ganz Österreich via TV-Schirm ausgestrahlt. Wer bitte schön erklärt sich dazu bereit? Milena Panfil, 26, etwa: Sie hat für die ATV-Soap „Babyboom. Hallo Mama“ sogar vor der Kamera ihr Kind entbunden. „Mein Mann ist viel im Ausland unterwegs“, sagt sie. „Ich wollte eine Dokumentation der Geburtsvorbereitung und der Geburt selbst, damit er weiß, was sich in den neun Monaten seiner Abwesenheit abgespielt hat.“
Dass Zigtausende Österreicher live dabei waren, „stört mich nicht. Ich habe mit dem TV-Team ausgemacht, dass bei der Geburt nicht zwischen meinen Schenkeln gefilmt wird.“ Als Belohnung hat die Pernitzerin eine DVD bekommen. „Das ist für uns alle eine schöne Erinnerung. Besonders für meine jetzt viereinhalb Monate alte Tochter Sophie Magdalena.“

Exhibitionismus als Trend. Frauen lassen sich vor laufender Kamera entbinden („Babyboom. Hallo Mama“), einen neuen Busen basteln („OP Schönheit“) oder verbringen eine Woche mit einer fremden und meist schrecklichen Familie („Tausche Familie“). Das Voyeur-TV boomt: Vor allem die Privatsender sind heiß auf steigende Einschaltquoten und wagen sich im voyeuristischen Metier naturgemäß viel weiter vor als der ORF. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen versucht, (noch) nicht ganz vom Bildungsauftrag abzukommen, und gab sich bisher mit relativ harmlosem Reality-TV – etwa „Taxi Orange“, „Starmania“, „Der Bachelor“ oder „Expedition Österreich“ – zufrieden. Was hierzulande schon als fragwürdig gilt, würde jedoch beim deutschen Nachbarn oder in Amerika keinen mehr vor die Flimmerkiste locken.

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