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Vergessen Sie Golfclubs!
Frauen gehen auf die Pirsch

Wenn ORF-Generalin Monika Lindner eine Auszeit vom harten TV-Alltag braucht, zieht sie sich gern auf den Hochstand zurück und wartet darauf, dass ihr zur Abwechslung eine vierbeinige Wildsau vor die Flinte läuft.


Vergessen Sie Golfclubs!
Frauen gehen auf die Pirsch
© Stemmer

Caroline von Hannover hat in den Jagdgründen ihres Ernst August in Grünau schon so manch seltsamen Vogel erlegt. Und als Sozialministerin Maria Rauch-Kallat ihren Grafen Ali Mensdorff-Pouilly ehelichte, machte sie flugs den Jagdschein, um zumindest mitreden zu können, wenn die oberen Zehntausend auf Schloss Luising über ihr liebstes Freizeitvergnügen palavern.

Keine Frage: So mancher, der ganz oben dabei ist, drückt irgendwann ab. Der Adel und große Teile der Wirtschaftsspitze Österreichs legen wochenends gern grünen Loden an und sich selbst auf die Lauer. Gerade im Herbst erschallt auf den Jagdgütern der Esterházys, der Habsburgs, der Schwarzenbergs, aber auch der Meinls und der Flicks der Ruf des Jagdhorns. Immer öfter dabei: Frauen, deren Namen man bisher nur aus den Klatschspalten des Landes kannte. Die Malerin Verena Rotterdam, 39, etwa legte nach ihrer Hochzeit mit dem Grafen Wolf-Engelbrecht Auersperg bald die Jagdprüfung ab. Eventprofi Cosima Aichholzer, 32, hat immerhin schon den Kurs absolviert. Und gerade erst im Sommer machte die Salzburger Szenewirtin Martina Friesacher, 35, gemeinsam mit ihrer Freundin, DJ-Ötzi-Ehefrau Sonja Friedle, 28, den Jagdschein. „Nächste Woche fahren wir in die Gegend von St. Johann im Pongau, dort wollen wir Murmeltiere jagen.“

Die Waidfrauen kommen. Der Anstieg der Jagdleidenschaft bei VIP-Damen ist erstaunlich. Dümpelte der Frauenanteil der heimischen Jägerschaft (ca. 120.000 Personen) bisher bei mageren sechs bis acht Prozent vor sich hin, verzeichnen die Landesjagdverbände in den letzten ein bis zwei Jahren einen sprunghaften Anstieg der weiblichen Jägerinnen. „Es sind vor allem junge, erfolgreiche Frauen, die ihre Jagdleidenschaft entdecken“, beobachtet der Chef des Wiener Landesjagdverbands, Anwalt Manfred Lampelmayer. „Inzwischen sind bereits dreißig Prozent unserer Prüflinge Frauen.“ Zeigt die Emanzipation etwa ihre schießwütige Seite? „Die Gründe sind eher woanders zu suchen“, meint Lampelmayer. „Manche Frauen wollen einfach nicht am Wochenende zuhause sitzen und darauf warten, dass der Ehemann von der Jagd heimkommt. Also tun sie mit.“ Außerdem habe die Jagd auch gesellschaftliche Bedeutung. „In gewissen Kreisen gehört die Jagd einfach dazu. Für viele Österreicher hat Jagen vor allem etwas mit Tradition zu tun.“

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