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Viel Lärm um Alma

Alma Mahler. Paulus Mankers Erfolgsinszenierung über die liebessüchtige Künstlermuse wird in Petronell mit Pomp aufgeführt. WOMAN sprach mit den drei „Almas“.


Viel Lärm um Alma
© Beck

Nichts schmeckt so gut wie der Samen eines Genies“, soll Alma Mahler (1879 bis 1964) gesagt haben. Diesen Genuss lebte die Femme fatale auch reichlich aus. Männer waren der Frau, die eigentlich Komponistin werden wollte, heillos verfallen. Und wer sie lieben durfte, wurde zu höchstem künstlerischem Schaffen angetrieben. Prominent auch Almas drei Ehemänner: der Komponist und Operndirektor Gustav Mahler, die Bauhaus-Legende Walter Gropius und der jüdische Schriftsteller Franz Werfel, mit dem sie vor den Nazis ins US-Exil floh.

Polydrama. Aus dieser verwegenen Biografie schrieb Joshua Sobol das Polydrama „Alma“, in verschiedenen Zeitebenen und Schauplätzen. In der Regie von Paulus Manker erlebt das Stück am 8. Juli im Schloss Petronell bei Wien seine zehnte Spielserie. Die junge Alma verkörpern die Schauspielerinnen Angela Ascher, Melanie Herbe und Pamela Knaack.

Woman: Welche Alma sind Sie?
Ascher: Die ganz junge Alma, die Gustav Mahler begegnet. Der ihr die Bedingungen für die Ehe diktiert, unter denen sie später leidet. Die Alma, die sich fragt, was in ihr noch lebendig ist.
Woman: Alma litt unter Mahler?
Ascher: Mahler hat sie unterdrückt. Sie konnte ihrem Herzenswunsch zu komponieren nicht folgen. Ich glaube, dass Mahler spießig war. Er wollte
nicht ausgehen, sie, eine Gesellschaftslöwin, musste sich seinem Tagesplan unterordnen. Und: Er ist nicht auf ihre sexuellen Wünsche eingegangen.

Das WOMAN-Gespräch mit den drei Almas und mit Paulus Manker lesen Sie im neuen WOMAN