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Was kann Vitamin D wirklich?

Das Sonnenvitamin ist wichtig für Knochen, Zellwachstum und gute Laune. Doch immer mehr Menschen haben zu wenig davon. Wir haben neueste Erkenntnisse zum Thema.

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Was kann Vitamin D wirklich?
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Was macht Vitamin D?

Die Substanz ist ein Vitamin, das, ähnlich wie ein Hormon, auch als Botenstoff im Körper dient. Es regelt den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel, übernimmt eine wichtige Rolle beim Knochenbau und bei der Zahnentwicklung, ist an etwa 80 verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt, gilt als Regulativ für das Wachstum der Zellen, beeinflusst den Aufbau der Muskeln, stärkt das Immunsystem und wirkt sich positiv auf die Stimmung aus. "Vitamin D ist ein echter Allrounder, der in fast allen Zellen zu finden ist und ohne den viele Vorgänge in unserem Körper einfach nicht reibungslos ablaufen können", betont Georg Hofstätter. Er ist Ernährungswissenschafter, Mikronährstoff-Coach und Leiter des Wissensmanagements beim Mikronährstoff-Hersteller Biogena.

Wie entsteht es?

Selbst herstellen kann es unser Körper nur teilweise und nicht in ausreichenden Mengen. Unter dem Einfluss von UV-Strahlung wird es mithilfe von Cholesterin in der Haut produziert. Eine weitere Quelle ist die Nahrung. Besonders viel davon ist in fettem Fisch wie Aal, Hering, Lachs, Thunfisch oder Forelle enthalten, ebenso in Leber und Eiern. Gute pflanzliche Quellen sind Champignons und Avocados.

Warum haben auf einmal so viele einen Mangel?

In den vergangenen Jahren hat das Wissen um die Bedeutung von Vitamin D sehr zugenommen. Früher kannte man das Mangelproblem nur in den nördlichen Ländern, inzwischen weiß man, dass auch in unseren Breiten viele Menschen betroffen sind. Denn von Oktober bis März erreichen durch den niedrigen Sonnenstand die UV-Strahlen, die zur Produktion nötig sind, die Erdoberfläche bei uns gar nicht. "Und im Sommer ist der exzessive Gebrauch von Sonnencreme ein Problem, denn die blockt die Aufnahme der UV-Strahlung von der Haut", weiß Experte Hofstätter. "Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich nicht einschmieren soll. Aber man sollte 15–20 Minuten warten, bevor man cremt." Weitere Gründe sind veränderte Ernährungsgewohnheiten und weniger Aufenthalt im Freien.

Wer kann zu wenig haben?

Prinzipiell sind alle Menschen gefährdet, wenn sie nicht oft genug in die Sonne gehen. Man kann über die Nahrung nicht genügend Vitamin D aufnehmen. Auch wird die Produktion mit zunehmendem Alter weniger, ab 40 gehört man automatisch zur Risikogruppe. Übergewicht, die Einnahme gewisser Medikamente, Schilddrüsenprobleme und Lebererkrankungen sind weitere Ursachen für einen Mangel.

Was passiert bei Mangel?

Schwere Erkrankungen wie Rachitis gibt es heute kaum noch. Aber auch ein leichter Mangel kann negative Folgen haben, die oft nicht miteinander in Verbindung gebracht werden. Die häufigsten sind Infektanfälligkeit, Muskelschwäche, zu wenig Glückshormone. Und Nährstoff-Coach Hofstätter weiß: "Auch Demenz sowie Parkinson werden mittlerweile mit Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht."

Wie kann ich ausgleichen?

Grundsätzlich handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin, das nur in Kombination mit Öl oder Fett vom Körper aufgenommen wird. Bei Anzeichen einer Unterversorgung kann man das gut über angereicherte Nahrungsmittel, Kapseln oder Tropfen ausgleichen. Das Vitamin befindet sich oft in Margarine, Bratöl oder z. B. in einer neuen Sorte Hohes C (Orange Maracuja Kaki, ca. € 2,30). Bei Kapseln und Tropfen gibt es Qualitätsunterschiede, gute Produkte sind bereits mit einem Öl zur besseren Verwertung kombiniert. Die Vitamin D 2000 Duo-Kapseln von Biogena etwa beinhalten Leinöl als Träger (60 Stück um € 21,90). Wer eine flüssige Einnahme bevorzugt, nimmt Mundspray mit Vitamin D3 von Oleovital, ca. € 12,–.

Gibt es die Gefahr einer Überdosierung?

Eigentlich nicht, bei den meisten sind die Depots eher leer, da wir das Vitamin vor allem im Winter nicht produzieren. Auch ist die Konzentration in handelsüblichen Präparaten weit unter der kritischen Tagesmenge. Vermutest du einen Mangel, gibt ein Bluttest beim Hausarzt rasch Aufschluss. Mit dem Arzt wird dann auch besprochen, wie man die Depots am besten auffüllen soll. Bei starkem Mangel kann eine Hochdosierung über einen gewissen Zeitraum Sinn machen. Prinzipiell ist die Gefahr einer Überdosierung sehr gering und tritt nur nach langer und exzessiver Einnahme auf. Sollte es trotzdem passieren, sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Appetitlosigkeit Anzeichen dafür. Zu viel davon kann außerdem auf Dauer ebenso wie ein Mangel zu Depressionen & Knochenerweichung führen.