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10 Jahre WOMAN – Ihre Wünsche gehen in Erfüllung: Ein Dinner mit Margit Fischer

WOMAN hat Leserin Sabine Feichtner ein Abendessen i mit Bundespräsidenten-Gattin Margit Fischer m Szenelokal "Fabios" geschenkt. So gefühlvoll verlief das Wiedersehen. Seit dem Heiligen Abend verbindet die beiden Frauen nämlich ein starkes Band...


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Dass ein Blick oft mehr sagt als tausend Worte war Sabine Feichtner bekannt. Doch was dieser Spruch tatsächlich bedeutet, hat die 46-jährige Korneuburgerin erst am Heiligen Abend des Vorjahres erfahren: „Ich bin normalerweise kein Mensch, der impulsiv handelt“, schreibt die Mutter zweier erwachsener Söhne in ihrem berührenden E-Mail, das uns am 11. Jänner erreichte.

Kurz nachdem sie in WOMAN auf unsere 10-Jahre-Jubiläums-Aktion „Wir schenken Ihnen Zeit“ gestoßen war, um sich von der Trauer über den Krebstod ihres geliebten Vaters abzulenken. Mit 62 war er viel zu früh gegangen.

Treffen am 24. Dezember
„Als ich in Ihrer Zeitschrift las, dass man mit seinem Lieblingsprominenten zu abendessen kann, fiel er mir sofort wieder ein: dieser gütige Blick von Margit Fischer, den sie mir und meiner Familie zuwarf, als ich sie und ihren Mann, unseren Herrn Bundespräsidenten, zufällig am 24. Dezember im Lift des AKH traf. Ich hatte meinen Vater ins Spital zur Bestrahlung begleitet. Zur letzten, wie sich wenige Tage später herausstellte, denn sein Körper war durchzogen mit Metastasen...“

„Wir waren also auf Ebene 3 und ich rannte vor, um den Aufzug aufzuhalten, als ich aus dem Augenwinkel die Familie Fischer wahrnahm. Mein Vater hebte seinen Kopf und flüsterte: „Ah, der Herr Bundespräsident! Ich merkte, dass er sich freute, dass ihm diese Ehre noch zuteil wurde... Wir fuhren nur ein Stockwerk gemeinsam hoch und sagten nichts außer ‚Frohe Weihnachten’.

Kraft durch einen Moment
Doch diese eine Minute reichte aus, um das Mitgefühl von Frau Fischer zu spüren. Die Wärme in ihren Augen werde ich nie vergessen! Das gab mir soviel Kraft, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, als ihr einfach nur Danke zu sagen...“

In den darauffolgenden Wochen trudelten über 300 weitere, teils sehr persönliche Emailbewerbungen in der Redaktion ein. Aber keines blieb uns in so prägender Erinnerung wie das von Sabine Feichtner. Denn es waren spürbar Worte, die aus ihrem Herzen flossen. Unzensuriert von jeder Vernunft und jedem Zweifel!

Aber was, wenn die Pharmavertriebsangestellte in diese flüchtige Begegnung vielleicht nur Ihre Sehnsucht nach Trost hineininterpretiert und das Treffen mit der First Ladyidealisiert hat? Reicht es denn wirklich aus, wenn nur Herzen miteinander sprechen?

...und sie erinnerte sich!
Wir wollten es wissen und kontaktierten Margit Fischer – in der Hoffnung, dass sie sich trotz der Weihnachtshektik und den wenigen Sekunden im Aufzug auch an Sabine Feichtner erinnern kann. Und sie kann!

„Heinz und ich waren im AKH, weil unsere Enkelin Una – die Tochter unseres Sohnes Philip – am Tag davor zur Welt kam. Viel zu früh! Eine Geburt zehn Wochen vor dem errechneten Termin ist risikoreich und kann bleibende Entwicklungsschäden beim Kind hinterlassen. Wir waren alle sehr besorgt an diesem Heiligen Abend, hatten Angst, dass die Kleine nicht die Kraft hat den schwierigen Start ins Leben zu meistern. Und dann plötzlich standen Sie mit Ihrem gebrechlichen Vater vor mir. Da wurde mir mit einem Schlag bewusst, wie nahe Geburt und Tod beisammen liegen“, sagt Margit Fischer, als wir sie schließlich mit Sabine Feichtner in der Hofburg für das Dinner abholen und noch ein Weilchen auf dem Sofa Platz nehmen, um in Ruhe zu reden.

Emotionales Treffen
Fischer wendet sich Feichtner zu. „Ihrem Vater hat man angesehen, dass es zu Ende geht. Ihr verzweifelter Blick, diese Hilflosigkeit und Ohnmacht hat mich so berührt und an den Tod meines eigenen Vaters vor sechs Jahren erinnert. Er starb mit 96. Doch auch wenn er schon ein hohes Alter erreicht hatte: der Verlust eines lieben Menschen quält einen immer – auch Jahre danach“, sagt sie.

„Ich hätte im Lift am liebsten selbst geweint, doch mir war klar: es ist jetzt völlig unangebracht meinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Vielleicht passiert das aus Selbstschutz. Ich habe schließlich nicht das Recht, mich mit Worten in IhrLeben einzumischen, aber ich wusste: ich kann Sie meine Anteilnahme und mein Mitgefühl spüren lassen,“ setzt sie mit leiser Stimme fort. Und Feichtners Augen füllen sich mit Tränen, die sie auch vor der charismatischen Gastgeberin nicht verbergen kann.

„Weinen Sie ruhig, es ist alles noch sehr frisch. Den Schmerz soll man nicht unterdrücken“, besänftigt Fischer. Und als Feichtner erklärt, wie glücklich sie über dieses Wiedertreffen sei, weil es ihr zeige, dass sie sich auf ihr Gefühl verlassen kann, und darauf, dass sie Fischers Blick richtig gedeutet hat, obwohl sie einander doch so fremd waren, greift die First Lady nach ihrer Hand: „Genau das ist das Geheimnis! Wir beide haben uns sofort verstanden, weil wir unsere Gefühle zugelassen haben. Das kann eine so starke Energie freisetzen, dass sie auch ein anderer spüren kann und dann werden auch die unmöglich scheinenden Dinge wahr“, lächelt Fischer milde und faltet ihre Hände.

„Es braucht oft nicht große Worte. Wir Erwachsenen haben nur verlernt uns nonverbal zu unterhalten so wie das Kinder tun. Ich bin sicher, dass sie die gleichen Fähigkeiten haben, sich zu verständigen, wir sollten ihnen auf Augenhöhe begegnen. Auch wenn sie noch so klein sind“, spricht ganz die Großmutter aus ihr.

Doch „Oma“ will Margit Fischer nicht genannt werden; lieber ist es ihr beim Vornamen gerufen zu werden. „Meine erste Enkelin Anna, 2, sie ist die Tochter unserer Lisa, sagte früher Mama-Mama zu mir. Das zeigt, dass sie die tiefere Dimension unseres Verwandtschaftsverhältnisses erkannt hat. Inzwischen quietscht sie ‚Mama Margit’, wenn sie mich hier im Büro besucht.“

Schmunzelnder Nachsatz: „Sie ist übrigens die Einzige, die durch die Gänge dieses ehrwürdigen Gebäudes laufen und hüpfen darf“, strahlt Fischer. Und zeigt Feichtner noch das Kelsen Zimmer – benannt nach dem Architekten unserer noch heute gültigen Bundesverfassung – und das Kaiserservice, das jetzt noch fixer Bestandteil der Tafel bei einem Staatsbankett ist, bevor wir zum Abendessen beim Nobelitaliener „Fabios“ aufbrechen.

Bekannte Gesichter am Nebentisch
Und während auf den Nachbartischen u.a. ORF-Moderatorin Vera Russwurm mit Gemahl und Theaterimpresario Peter Hofbauer, Kabarettist Werner Schneyder, Ex-Museumschef Wilfried Seipl, Maler Christian Ludwig Attersee und Kristallerbin Diana Langes-Swarovski dinieren das „dolce vita“ genießen, tauchen wir mit Margit Fischer und Sabine Feichtner in die Tiefen des Lebens ein.

Plaudern über deren verstorbene Väter, die beide bis zum Schluss ihren eigenen Willen hatten. Über das „gemeinsame Schweigen und Genießen“ als Geheimnis erfüllter Partnerschaften. Und die Gnade eine Mutter zu sein, weil es, so wie Margit Fischer sagt „die tiefste Erfüllung ist, neues Leben zu schenken. Denn nur durch unsere Kinder leben wir weiter...“

Als Agnostikerin reichen für die First Lady jedoch menschliche Erklärungsversuche nicht aus, um sich Gott oder ein Leben nach dem Tod zu erklären. „Ich weiß nicht, ob es etwas Höheres gibt. Ich weiß nur, dass zwischen uns allen offenbar eine Energie existiert, die wir mit unseren Sinnen allein nicht erfassen können.“ – Sabine Feichtner durfte sie spüren...

Petra Klikovits