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15-Jährige stirbt nach "Menstruationstradition"

Ein 15 Jahre altes Mädchen musste sterben, weil eine eigentlich schon längst verbotene Tradition in Nepal immer noch durchgeführt wird: Sie erstickte in der kleinen, isolierten Hütte, in der sie schlafen musste, weil sie ihre Menstruation hatte.

von

Chaupadi

14-Jährige in einer Chhaupadi-Hütte im Westen Nepals

© Reuters

Eigentlich ist die Tradition des "Chhaupadi" ohnehin schon verboten. Aber dennoch wird sie vor allem in ländlichen Teilen Nepals immer noch angewendet, worunter tausende Frauen leiden. Und nun sogar ein Todesopfer gefordert hat.

Die 15-jährige Roshani Tiruwa erstickte in der kleinen Hütte, in welche Frauen während ihrer Menstruation zum Schlafen verbannt werden.

Der Nachrichtensender Aljazeera berichtete, dass ihr Körper am nächsten Morgen leblos aufgefunden wurde, nachdem sie auf Rufe ihres Vaters nicht reagiert hatte. Man vermutet, dass sie erstickte, weil sie scheinbar versuchte, ein Feuer zu machen, um sich zu wärmen.

Denn die jahrhundertealte Hindu-Tradition besagt, dass Frauen während der Regel unrein sind und nicht berührt werden dürfen. Sie dürfen kein Haus, keine Schule und keinen Tempel betreten, dürfen keine öffentlichen Wasserquellen benutzen, dürfen keine Tiere oder Pflanzen berühren, müssen sich nur von Getrocknetem oder Reis ernähren und müssen in der Nacht in meist winzigen und oftmals tür- oder fensterlosen Hütten schlafen.

Einige Frauen bezahlten diese archaische Praxis bereits mit dem Tod, viele durchlitten Grausames: Weil sie so isoliert Wind, Kälte und Wetter ausgesetzt waren, von giftigen Schlangen gebissen wurden oder wie Roshani erstickten oder verbrannten in dem Versuch, sich etwas Wärme zu verschaffen. Dazu kommt, dass viele auch sexueller Gewalt oder Vergewaltigungen ausgesetzt sind.

Nepals oberster Gerichtshof hat die mehr als fragwürdige Tradition, die auf dem irrsinnigen Aberglauben fußt, dass menstruierende Frauen verantwortlich wären für Ernteausfälle, Krankheiten oder Tod von Tieren, schon vor Jahren verboten, der frauenverachtende Brauch existiert jedoch leider immer noch in manchen Regionen des Landes.