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Internationale Kampagne: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November ist internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. An den 16 darauf folgenden Tagen finden weltweit unzählige Aktionen statt, die auf das Thema aufmerksam machen.

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Internationale Kampagne: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
© Peter LECHNER

Erst kürzlich haben Volksanwaltschaft, Frauenhäuser und eine Gerichtsmedizinerin der MedUni Wien im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz einen dringenden Appell an Politik und Gesellschaft ausgesprochen: Es müsse dringend etwas geschehen, um Gewalt gegen Frauen einzudämmen und das Bewusstsein der Bevölkerung dafür zu schärfen. Denn die Zahlen sind erschreckend. Fast täglich lesen wir Schlagzeilen über sogenannte "Beziehungsdramen" oder "Familientragödien". Nur: Es ist weder ein "Beziehungsdrama" noch eine "Familientragödie", wenn ein Mann eine Frau umbringt. Das ist Mord. Und davon gab es allein in diesem Jahr in Österreich schockierend viele: 32 Frauen wurden von ihren (Ex-)Partnern getötet.


Diese Zahl alleine sollte Grund genug sein, sich dem Thema intensiv zu widmen und sich auf verschiedensten Ebene für eine gewaltfreie Gesellschaft zu engagieren. Wofür Frauenhäuser, Interventionsstellen, Opferschutzorganisationen und auch Männerberatungsstellen das ganze Jahr unermüdlich arbeiten, wird zwischen 25. November und 10. Dezember zur internationalen Kampagne. Denn vom "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" (25.11.) bis zum "Internationalen Tag der Menschenrechte" (10.12.) ist wohl der beste Zeitpunkt, um das Bewusstsein dafür zu schärfen.

60 Gebäude leuchten in Orange

Das soll auch im öffentlichen Raum passieren: Zahlreiche Gebäude - weltweit - werden in dieser Zeit orange leuchten. Das passiert auf Initiative von UN Women, der ehrenamtlichen Frauenorganisation der Vereinten Nationen unter dem Motto "Orange the World". Waren im vorigen Jahr nur der Grazer Uhrturm und das Wiener Burgtheater beleuchtet, werden heuer an die 60 Wahrzeichen, Institutionen und auch Kirchen an der Aktion teilnehmen: Vom Lindwurm in Klagenfurt und Pyramidenkogel in Keutschach, über Festung und Residenz in Salzburg, Funkhaus und Nationalbibliothek in Wien, Burg Güssing, Ars Electronica Center und Mariendom in Linz und der Klangturm in St. Pölten.

Zahlreiche Aktionen in ganz Österreich

Aber natürlich, Licht allein wird die Situation für Frauen nicht verbessern. Deshalb gibt es wie jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen, in allen Bundesländern. Von Filmvorführungen, Ausstellungen, Straßenaktionen bis hin zu Workshops - es gibt viel zu tun. Hier findet ihr so gut wie alle Aktionen, die in dem Zeitraum stattfinden. Auch auf Facebook gibt es eine eigene Seite auf der ständig Veranstaltungen und TV-Tipps und noch viel mehr geteilt wird.

Hintergrund der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Hintergrund für die Initiierung des Aktionstages am 25. November ist der Fall Mirabal. Die Schwestern Mirabal, Mitglieder des „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“, wurden 1960, nach mehreren vorangegangenen Verhaftungen, in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet. 1981 wurde bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen der 25. November zum Gedenktag an die Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen und 1999 offiziell durch die Vereinten Nationen anerkannt. Der 10. Dezember ist seit 1948 der Internationale Tag für Menschenrechte und bildet den Abschluss der Kampagne.