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Mutterschaft macht ... SCHÖN!

Eine Schwangerschaft verändert unseren Körper. Die Fotografin Ashlee Wells Jackson zelebriert mit dem 4th Trimester Project die Schönheit der Mutterschaft – Dehnungsstreifen zum Trotz.


Mutterschaft macht ... SCHÖN!

Julie Lucile mit ihren Söhnen Nolan (4) und Everett (2). Ehe sie ihre Söhne bekam, erlitt Julie drei Fehlgeburten

© 4th Trimester Bodies Project/Ashlee Wells Jackson

Als Ashlee Wells Jackson schwanger war, plante sie die Geburt ihres Sohnes Xavier voller Vorfreude und Akribie. Sie ernährte sich gesund, ging zum Schwangerschafts-Yoga. "Freundinnen meinten, ich sei eine Vorbild-Schwangere." Eine Wassergeburt sollte es werden, entspannt zuhause. Das Baby sollte auf die Welt kommen und die Familie fortan glücklich und zufrieden weiterleben, wie...

Doch dann kam alles anders. 12 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wurde Ashlee mit Wehen in die Klinik eingeliefert. "Alle schrien, die Ärzte und Schwestern liefen hektisch im Zimmer herum, keiner sagte mir, was los war. Mein Sohn war in Steißlage, trotzdem konnte ich ihn vaginal auf die Welt bringen. Aber die Geburt war brutal und schmerzhaft. Und mein Kind wurde sofort auf die Frühchenstation gebracht."

Für die junge Frau ein traumatisches Erlebnis, das ihre Bindung zu ihrem Sohn nur verstärkt hat. "Ich habe Xavier gestillt, bis er drei Jahre alt war. Die Schwangerschaftskilos schmolzen dahin – doch mein Körper hatte sich mit der Geburt verändert. Ich habe eine BH-Größe verloren, mein Busen ist weicher, mein Bauch wird nie wieder straff sein. Meine Oberschenkel zieren Dehnungsstreifen. Trotzdem bin ich stolz auf meinen Körper. Denn er hat ein wunderbares Kind ausgetragen."

»Ja, mein Körper hat sich verändert. Aber ich bin stolz auf ihn – denn er hat ein wunderbares Kind ausgetragen!«

Als Fotografin hat Ashlee seit Jahren Frauen vor der Linse. "Doch kaum eine ist zufrieden mit sich und ihrem Aussehen. Sie bitten mich, alles zu retuschieren, was nicht perfekt ist – und meistens handelt es sich um Male, die die Mutterschaft auf ihren Körpern hinterlassen hat. Das ärgert mich. Wir sollten stolz auf uns sein. Wir haben uns verändert, ja. Haben nicht mehr die Figur einer 15-Jährigen. Aber wir haben Kinder auf die Welt gebracht."

Ashlee beschloss, ein Fotoprojekt zu starten: 4th Trimester Bodies – eine Bilderserie, auf der sich bislang 450 Mütter mit ihren Kindern zeigen. Unretuschiert, ungekünstelt. Und trotzdem schön – weil vor Glück strahlend. Denn bei jeder von ihnen kam es zu körperlichen oder privaten Komplikationen während der Schwangerschaft. Ihr Kind in den Armen zu halten ist für diese Frauen wichtiger als ein straffer Bauch und ein perfekter Busen.

1

AMANDA: Amanda war 19 Jahre alt, als sie ungeplant schwanger wurde - doch ihr Freund und sie entschieden sich, das Baby zu bekommen. Die Schwangerschaft verlief bis zur 34. Woche normal. Dann begann ihre Haut zu jucken. Als sich der Juckreiz immer mehr verschlimmerte wurde bei Amanda "intrahepatische Cholestase der Schwangerschaft" (ICP) diagnostiziert, eine Art Leberschäden, der während der zweiten oder dritten Trimester der Schwangerschaft auftreten und das Risiko einer Frühgeburt erhöhen kann. Heute ist Sohn Parker sechs Monate alt. Amanda entschloss sich zur Teilnahme am 4th Trimester Body Project , um Frauen für die Symptome von IPC zu sensibilisieren.

2

ANYA: Dieses Bild zeigt Anya mit ihrer Mutter Deborah, ihrer Tochter Miriam (3) und Sohn Davi (15 Monate). Beide Geburten verliefen problemlos. Doch Anya, die ihre Kinder unbedingt Stillen wollte, produzierte nicht genug Muttermilch. "Dass ich meinen Kindern nicht die Brust geben konnte, war traurig. Trotzdem hat mich die Mutterschaft geprägt." Anya ist stolz auf ihren neuen Körper, "denn er hat mir das Wichtigste in meinem Leben beschert."

3

BRIDGET: Die Mutter von zwei Kindern Liam, 4, (nicht im Bild) und NOra,2, liebt die enge Verbindung, die das Stillen zwischen ihr und ihrer Tochter herstellt. "Meine Brust hängt nach zwei Schwangerschaften, mein Nabel sitzt nicht mehr dort, wo er mal war... aber all diese Veränderungen haben einen wunderbaren Grund."

4

DANIELLE: Während ihrer Schwangerschaft mit Tochter Margot (9 Monate) hatte Danielle große Angst vor einer Frühgeburt. Denn sie selbst war ein Frühchen, kam in der 32. Woche zur Welt. Zum Glück lief alles glatt. Danielle: "Ich bin beeindruckt, was mein Körper während der Schwangerschaft alles geschafft hat. Diese unglaubliche Dehnung, diese kleinen Tritte im Inneren meines Bauches. Ich bin heute stolzer auf ihn, als ich es vor der Geburt war."

5

ELIZABETH: Elizabeth mit ihren Kindern Olesia (4) und Daiya (9 Monate). Als Olesia zwei Jahre alt war, erkrankte ihr Vater an Krebs und starb. Kurz nach seiner Beerdigung erfuhr Elizabeth, dass sie erneut schwanger war. "Mit der Geburt von Daiya konnte ich die Trauer um ihren Vater ein wenig vergessen. Es ist wie ein Aufbruch."

6

JENNIFER: "Meine Töchter sind mein Ein und Alles," sagt Jennifer über Julia (7) und Alyssa (4). Während bei der Geburt von Julia alles glatt lief, war Alyssa ein Notfalls-Kaiserschnitt. "Die Narbe verblasst immer mehr. Aber sie hat mich auch nie gestört. Denn ohne sie hätte ich meine Tochter vielleicht nicht gesund auf die Welt bringen können."

7

RACHELLE: Die junge Frau wuchs bei einem gewalttätigen und alkoholkranken Vater auf. Als junges Mädchen litt sie unter schwerem Übergewicht, da gesunde Ernährung in ihrer Familie ein Fremdwort war. "Als ich 12 Jahre alt war, habe ich mir mein Taschengeld als Babysitterin verdient. Damit habe ich mir dann eine Ausbildung zur Tänzerin finanziert, mein Leben geändert und stark abgenommen." Als sie mit Emett (7 Monate) schwanger wurde, reagierte Rachelle zunächst ängstlich. "Ich habe zugenommen, hatte Angst, dass ich wieder fett werde." Heute nimmt sie ihren After-Baby-Body an: "Ich habe ein paar Kilos zugelegt. Aber etwas Fantastisches gewonnen."

8

KELLY: Sie war sich lange Zeit nicht sicher, ob sie überhaupt Kinder möchte. Immerhin stand die Karriere für Kelly lange Zeit an erster Stelle. Als sie sich dazu entschlossen hatte, Mama zu werden, erlitt sie eine Fehlgeburt. "Ich ging durch die Hölle, wollte danach unbedingt ein Kind. Es wurde mein sehnlichster Wunsch." Sohn Kieran ist nun drei Jahre alt – und Kelly eine überglückliche Mutter.

9

JENNY und ABBY: Beide Schwestern hatten keine einfache Schwangerschaft. Dreifach-Mama Abby (Sohn Rexford, 11, Aurora, 9, und Magnolia, 2) hatte als Baby einen angeborenen Herzfehler, musste mit 5 Monaten operiert werden. Während ihrer Schwangerschaft musste sie permanent zum Ultraschall, da die Ärzte sichergehen wollten, dass ihre Kinder nicht denselben Defekt habe. Jenny, die mit Abby auf einer Farm lebt, lag mit Tochter Linnea 24 Stunden in den Wehen. "Ich hatte keine Kraft mehr, wollte nur mehr, dass es aufhört. Dass mein Körper diese Strapazen durchgestanden hat, macht mich nur stolzer."

10

JAMIE: Aktuell ist Jamie in der 19. Woche mit ihrer zweiten Tochter schwanger. Ihre erste Tochter, der sie den Namen Sophie Grace gegeben hatte, ist auf dem Foto in ihrer Hand zu sehen. Das Herz des Babys hatte im Mutterbauch zu schlagen aufgehört. Jamie lag 24 Stunden im Spital, um ihre Tochter tot auf die Welt zu bringen. "Es war das Schlimmste, was mir je geschehen ist. Ich dachte, ich kann nicht mehr weiterleben." Sieben Wochen nach dem Verlust wurde Jamie erneut schwanger – und die Schwangerschaft verläuft glücklicherweise nach Plan.

Wer seine Geschichte teilen möchte: Fotografin Ashlee Wells Jackson tourt im Mai 2015 durch Europa. Frauen, die sich mit ihren Kindern für das Projekt melden möchten, können sie über ihre Website 4th Trimester Bodieskontaktieren.

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