Ressort
Du befindest dich hier:

Challenge: Ich habe 5 Mal dasselbe Outfit getragen

Was Steve Jobs konnte, kann unsere Redakteurin schon lange: Sie hat 5 Mal hintereinander dasselbe Outfit getragen und nur die Accessoires neu kombiniert. So ist es ihr dabei gegangen:

von

HM Kleid
© Collage: H&M / Clarks

Steve Jobs hatte eine ganz klare Vision, was sein Outfit anging: Schwarzer Rollkragenpulli, Denim Jeans und weiße Dad-Sneakers - fertig. Jedes Mal, wenn man den CEO von Apple irgendwo erblickte, trug er dieses Outfit. Sein Gedankengang dahinter: Man beginnt seinen Tag damit, Entscheidungen zu fällen und hört eigentlich bis zum Abend nimmer damit auf. Zumindest in der Früh wollte er sich den Kopf von so "banalen" Entscheidungen wie die Kleiderwahl freihalte. Mark Zuckerberg hat sich das abgeschaut und rockt immer eine Jeans-T-Shirt-Kombi.

Und egal, ob man Zuckerberg und Jobs respektiert oder gar mag, klar ist, dass beide ziemlich helle Köpfe sind. Da kann man sich doch mal was von der Lebensführung abschauen, dachte ich mir, als ich mich dieser Challenge stellte: 5 Mal hintereinander würde ich dasselbe Outfit, beziehungsweise dasselbe Kleidungsstück, tragen. Einerseits aus den Jobs'schen Gründen und andererseits, um dem "Ich hab nichts anzuziehen!"-Syndrom entgegenzuwirken. Denn obwohl ich weiß, dass ich zu viel zum Anziehen habe, bin ich trotzdem oft auf der Suche nach dem "perfekten" Outfit.

Um mir selbst also zu zeigen, dass man mit einem Kleidungsstück ganz viele verschiedene Looks zusammenstellen kann, mixte ich das starre Zuckerberg-Gerüst mit ein bisschen Modefanatikerin. Als Testobjekt wählte ich ein sehr günstiges, gestreiftes Jerseykleid von H&M. Weil ich sehr leicht friere, habe ich mich zusätzlich mit 3/4-Leggings bewaffnet.

gleiche outfits
Outfit 1: Klischee-Bibliothekarin

Outfit 1: Klischee-Bibliothekarin Erster Tag, neues Glück: Das Outfit ist eigentlich ziemlich typisch für mich. Es ist bequem, ein bisschen unförmig, aber trotzdem stylisch. Ich entdecke schwarze Leggings wieder für mich, beziehungsweise dieses Paar Leggings, das ich seit 8 Jahren besitze. So weich, so anschmiegsam, so nicht mehr nachkaufbar.

gleiche outfits
Outfit 2: An der Ostsee

Outfit 2: An der Ostsee Ich werfe mich ganz dem maritimen Flair hin! Die weißen Leggings (die übrigens nicht im Geringsten so toll sind wie die schwarzen) toppen den Look. Niemanden fällt auf, dass ich wieder das blaue Kleid trage. Das liegt einerseits an der sehr veränderten Kombi und andererseits an meiner anderen Brille. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich man mit verschiedenen Brillen aussieht! Der Gag: Es ist das selbe Modell in einer anderen Farbe!

gleiche outfits
Outfit 3: Schnell, schnell

Outfit 3: Schnell, schnell Es ist so angenehm zu wissen, was man anziehen wird! Wirklich. Ich greife blind zum Kleid und zu den schwarzen Lieblingsleggings und bin schon fertig. Diesmal mache ich mir nicht wirklich Mühe mit den Accessoires. Ich klatsche einfach eine Jacke und offene Schuhe drauf. Erstaunlicherweise merkt noch immer niemand, dass ich wieder dasselbe anhabe. Der Teufel steckt tatsächlich in den Details.

Outfit 4 & 5 Und dann passiert das Unglaubliche: Ich ziehe an den zwei restlichen Tagen einfach dieselbe Kombi wie zuvor an. Ohne Nachdenken greife ich zu denselben Accessoires, zur gleichen Brille und zu den gleichen Schuhen. Ich komme mir weder komisch, noch langweilig vor. Das Anziehen ist zu einer bequemen, gleichförmigen Sache geworden, die ich einfach schnell hinter mich bringe. Zuvor habe ich immer am Abend schon das Outfit rausgelegt und sorgsam zusammengestellt. Jetzt bin ich zu einem Gewohnheitstier geworden.

Die Frage, die euch sicher allen im Kopf rumgeistert: "Wie konntest du dasselbe Kleid 5 Mal anziehen, ohne es zu waschen?" Die Antwort besteht aus zwei Teilen. Erstens benutze ich ein Anti-Transpirant. Ich weiß eh, Aluminium ist böse, aber für diese Challenge hätte mir ein Alu-freies Deo einfach nicht gereicht. Zweitens habe ich eine Methode angewandt, von der ich sehr positiv überrascht war: Ich habe das Kleid jeden Tag ins offene Fenster gehängt und habe es stundenlang (einmal sogar über Nacht) auslüften lassen! Alles, was man nach mehreren Stunden Frischluft riecht, ist ein Hauch von Deo! Gut, am 5. Tag war das schon mehr als ein Hauch, doch nach Schweiß habe ich nie gerochen.

Fazit

Habe ich vom Entscheidungs-befreiten Morgen etwas gespürt? Ehrlich gesagt: Nein. Denn das mit dem Anziehen ist ja nicht die einzige Sache, über die man sich in der Früh Gedanken machen muss. "Was werde ich heute essen?", "Brauche ich einen Regenschirm?" und "Hätte ich nicht doch Haarewaschen sollen?" sind Fragen, die ich mir gestellt habe. Wenn man sich wirklich von all diesen Fragen befreit, indem man am Abend zuvor schon ALLES vorbereitet, dann hat das sicher einen sehr angenehmen Effekt auf die Morgenroutine. Trotzdem war die Challenge nicht umsonst, denn ich habe danach schon ein anderen Gefühl für meinen Kasten und seinen Inhalt bekommen. Ich habe wirklich viele Sachen und sie alle können auf zig Arten kombiniert werden. Andere Menschen, außer vielleicht Fashion-Nerds, merken es kaum, wenn man die immer selben Kombis trägt.

WOMAN Newsletter

Deine täglichen Infos per Mail: News, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen.

Ja, ich möchte den WOMAN-Newsletter erhalten. Ich nehme zur Kenntnis, dass ich die Newsletterzusendung jederzeit durch den in jedem Newsletter enthaltenen Abmeldelink widerrufen kann.