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53. Grammy-Verleihung in Los Angeles: Lady Antebellum ist der Abräumer der Gala

In der Nacht auf Montag wurden in Los Angeles zum 53. Mal die Grammy Awards verliehen. Während bekannte Stars oft leer ausgingen, ging die Country-Band Lady Antebellum aus Nashville gleich mit vier der Trophäen nachhause.


53. Grammy-Verleihung in Los Angeles: Lady Antebellum ist der Abräumer der Gala
© Reuters/Mario Anzuoni

Ein poppiger Country-Song hat bei den Grammys richtig abgeräumt. Lady Antebellum hat am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles gleich vier der begehrtesten Musikpreise der Welt für ihr Stück "Need You Now" – als Song und als gleichnamige Platte – bekommen.

Die Band aus Nashville hatte sich vor nicht einmal fünf Jahren gebildet. Lady Gaga bekam drei der kleinen goldenen Grammophone, ansonsten enttäuschten die Favoriten: Eminem ging, obwohl zehnmal nominiert, nur mit zwei Trophäen nach Hause, Justin Bieber und Katy Perry sogar gänzlich mit leeren Taschen.

Country als neuer Pop
"Need You Now" wurde in gleich zwei der drei wichtigen Kategorien geehrt, als bester Song und als beste Aufnahme des Jahres 2010. Damit wurden einmal die Interpreten und einmal Komponisten und Texter des Liebesliedes geehrt – jeweils das Trio aus Tennessee.

Der Titel – nicht hundertprozentig Country, sondern sehr poppig – bekam auch noch die Preise als bester Country-Song und beste Country-Darbietung. Beste Platte wurde "The Suburbs" von der kanadischen Independent-Band Arcade Fire.

Lady Gaga & Bruno Mars beste Popsänger
Beste Popsänger des Jahres wurden Lady Gaga und Bruno Mars. Die 24-jährige New Yorkerin bekam den Preis für "Bad Romance" von ihrem Album "The Fame Monster", der ein Jahr ältere Rhythm-and-Blues-Musiker aus Hawaii für "Just The Way You Are". Mars war sechsmal nominiert, er bekam nur einen Preis.

Eminem hatte sich nach Jahren der Krise eindrucksvoll wieder zurückgemeldet, doch aus zehn Nominierungen wurden nur zwei Grammys. Katy Perry legte wieder eine pompöse Bühnenshow hin, geehrt wurde sie nicht. Und auch Teeniestar Bieber ist zwar gerade mit einem Konzertfilm außerordentlich erfolgreich und begeisterte zusammen mit Usher das Publikum in Los Angeles. Aber auch er ging preislos nach Hause.

Beste Popgruppe wurde Train. Die drei erhielten für den eingängigen Song "Hey, Soul Sister" den Preis als "Bestes Duo/Beste Gruppe". "Danke Justin Bieber, dass Du kein Duo und keine Gruppe bist", sagte Sänger Patrick Monahan in Anspielung auf den 16 Jahre alten Mitfavoriten. Bester Rocksong wurde "Angry World" von Neil Young, der im November 65 Jahre alt wurde. Aretha Franklin (68) wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

Esperanza Spalding als Durchstarterin geehrt
Als musikalische Newcomerin des Jahres wurde die Sängerin und Jazz-Bassistin Esperanza Spalding geehrt. Das 26-jährige Multitalent von der US-Westküste setzte sich unter anderem gegen Justin Bieber durch. Die Musikerin, die sich im Jazz-Bereich einen Namen gemacht hat, zeigte sich völlig überrascht über die Auszeichnung.

"Danke, dass Sie mich überhaupt in dieser Kategorie nominiert haben", sagte sie. Es war das erste Mal seit 35 Jahren, dass der Newcomer-Grammy an einen Jazzmusiker vergeben wurde. Nominiert waren in der Kategorie zudem noch der Sänger Drake sowie die Bands Florene & The Machine sowie Mumford & Sons.

Kein Grammy für Österreich
Enttäuscht konnte auch der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer sein. Gleich zwei der fünf Nominierungen für die beste Filmmusik lauteten auf den Namen des Frankfurters. Das Grammophon ging aber an Randy Newman für den Soundtrack zu "Toy Story 3".

Leer gingen auch der Arnold Schönberg Chor mit dem Ensemble Concentus Musicus Wien unter Nikolaus Harnoncourt aus, die für "Bach: Cantatas" für die beste Chordarbietung nominiert waren. Der einzige österreichische Beitrag bei der heurigen Grammy-Verleihung musste sich dem Chicago Symphony Chorus unter Riccardo Muti geschlagen geben. Der Grammy wurde heuer in 109 Kategorien vergeben.

(apa/red)