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6 Punkte für ein leichtes Leben

Wie wir leben, was wir essen und wie viel wir uns bewegen, trägt ganz entscheidend zu Gesundheit und Lebenserwartung bei. Dr. Christian Matthai erklärt in seinem neuen Buch den Weg zum besseren Körpergefühl.

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6 Punkte für ein leichtes Leben

6 Punkte für ein leichtes Leben.

© Thinkstock

Ob wir gesund, fit und gut gelaunt durchs Leben gehen, haben wir zu einem erheblichen Teil selbst in der Hand. Denn mit der Gestaltung unseres Lebensstils können wir viel Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen. Klingt einleuchtend, ist aber nicht immer leicht auf die Reihe zu kriegen. Denn es sind viele Faktoren, die unseren Lebensstil ausmachen. So die Ernährung, die Bewegung, der Stress, die Hormone und die Psyche. Wem es gelingt, all diese Faktoren in eine gewisse Balance zu bringen, der darf sich über ein angenehmeres Leben freuen. Wie man das am besten macht, beschreibt Lifestyle-Arzt Dr. Christian Matthai in seinem neuen Buch "Leichter werden". Sechs Punkte, genetische Veranlagung inbegriffen, tragen uns zum besseren Lebensgefühl. Keinen Punkt kann man dabei isoliert betrachten, alle greifen ineinander über.

1

Ernährung.

Weniger ist mehr. Über das Essen können wir Figur und Gesundheit steuern. Einerseits ist es natürlich von Bedeutung, dass wir beim Essen nicht über die Stränge schlagen und so überflüssige Kilos vermeiden. Andererseits gibt es immer wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass es ebenso wichtig ist, was wir essen. So hat erst kürzlich eine Studie aus Finnland gezeigt, dass Menschen, die überdurchschnittlich viel Obst und Gemüse essen, statistisch gesehen seltener an Krebs erkranken.

Powerfood. Einige Obst- und Gemüsesorten haben erwiesenermaßen eine vorbeugende und schützende Wirkung. Ganz oben auf dieser Liste stehen die Acaibeere, die Gojibeere und die Mangostane, die ähnlich einer Litschi ist. Diese drei Obstsorten sind extrem reich an Antioxidantien. In Österreich gibt es sie teilweise nur in Form von Saft oder als Fruchtextrakt in Kapseln. Aber auch das ist wirksam. Und auch heimische Produkte gehören zu den Topfavoriten, wenn es um lebensverlängernde Ernährung geht. Ganz oben steht die Tomate, deren hoher Gehalt an Lypocin Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Weitere wichtige Lebensmittel und Gewürze sind Kohlgemüse, Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken, Rote Rüben, Pilze, Sprossen, sämtliche Kräuter und Gewürze wie Ingwer, Zimt, Curry, Granatapfel, alle Arten von Beeren, Äpfel, Grapefruit oder die Wassermelone. Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Vollwertprodukte.

2

Bewegung.

Muskelaufbau. Wenn du lediglich schlank sein willst, ist zu 70 Prozent die Ernährung dafür verantwortlich, Sport trägt 30 Prozent dazu bei. Willst du gezielt etwas für die Gesundheit tun, solltest du dich mehr bewegen. Je höher der Muskelanteil ist, desto weniger Körperfett, lautet die Formel. Vor allem das Fett im Bauch ist riskant. Je weniger davon, desto geringer die Gefahr von Entzündungen im Körper. Diese sind wiederum für viele Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Probleme verantwortlich. Studien zeigen: Inaktive, übergewichtige Menschen sterben durchschnittlich 7,2 Jahre früher als schlanke, aktive. Als Faustregel gilt: Du solltest rund 2.500 Kalorien pro Woche durch sportliche Betätigung verbrennen. Das ist etwa eine Stunde alle zwei Tage (oder eine halbe Stunde täglich). Sport ist alles, was den Kreislauf fordert: Walken, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Rollerbladen, Tennis, Klettern, Yoga und so weiter. Es sollte sich für jeden etwas finden lassen! Auch Alltagsbewegung lohnt sich: Stiegen steigen statt Lift fahren, kurze Wege zu Fuß gehen, der Frühjahrsputz. Jede Minute Bewegung ist eine gewonnene, wie Dr. Matthai betont.

3

Anti-Stress.

Freier Kopf. Chronischer Stress macht uns krank. Er belastet uns körperlich und emotional. Durch Stress entstehen freie Radikale in großem Ausmaß. Die Zellteilung wird gestört, der Körper ist krankheitsanfälliger. Stress schlägt sich auch auf die Verdauung. Die Nahrung wird dadurch schlechter verwertet, Abnehmen wird schwieriger. Zu unterscheiden ist übrigens zwischen dem positiven Eustress und dem negativen Distress. Der Eustress treibt uns an, steigert unsere Aufmerksamkeit und lässt uns zur Höchstform auflaufen. Eine willkommene Hilfe also, um sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Werden die täglichen Aufgaben aber als Belastung empfunden, schlägt das schnell in Distress um. Gegenstrategien sind, du ahnst es schon, regelmäßige Bewegung und die richtige Ernährung. Besonders Resveratrol (in Weintrauben und Rotwein, empfohlen wird ein Glas) und Vitamin K (in Kohlgemüse, Sauerkraut, Spinat, Sonnenblumenöl) helfen, stressbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Auch sehr zu empfehlen: Yoga und Meditation.

4

Hormone.

Botenstoffe. Hormone sind winzige Botenstoffe in unserem Körper, deren Ausschüttung bestimmte Reaktionen zur Folge hat. Der Schlüssel zur guten Laune sind dabei Serotonin, das "Glückshormon", und Melatonin, das für erholsamen Schlaf sorgt. Lebensmittel, die Serotonin fördern, sind: Nüsse (besonders Cashewkerne), Bohnen, Samen wie Sonnenblumenkerne, Sesam, Amaranth, Quinoa, Hafer, Hirse, Weizenkeime sowie Pilze. Bei Mangel von Serotonin und Melatonin können auch Kapseln helfen. Ausreichend Schlaf ist Grundvoraussetzung fürs Wohlbefinden. Täglich sechs bis acht Stunden im Traumland sorgen außerdem für eine Erhöhung des Wachstumshormons Somatotropin, das Reparatur- und Erneuerungsprozesse im Körper beschleunigt und darüber hinaus das Verhältnis von Fett und Muskeln im Körper regelt. Ist der Spiegel hoch, so wird weniger Fett gespeichert. Wenn du am Abend auf Kohlenhydrate verzichtest, hältst du den Spiegel des Speicherhormons Insulin niedrig. Regelmäßige Bewegung sorgt für den Abbau der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, die zu Entzündungen und erhöhtem Blutdruck führen, wenn zu viel davon im Körper gespeichert wird.

5

Gene.

Voraussetzungen. Die Gene sind die einzige Säule in unserem Leben, die uns ohne Veränderungsmöglichkeiten mitgegeben ist. Allerdings haben wir sogenannte Longevity Genes, von denen man annimmt, dass sie mit einem langen Leben in Verbindung stehen. Die Wissenschaft ist im Moment dabei, sie intensiv zu erforschen. Erste Erkenntnisse zeigen, dass wir diese Gene "ein-" bzw. "ausschalten" können. Der Schalter dafür ist wieder einmal ein gesunder Lebensstil und vor allem die Ernährung. In diesem Zusammenhang scheint es wichtig, den Insulinspiegel niedrig zu halten. Dadurch verlangsamen sich Stoffwechselprozesse, wir schonen unseren Organismus. Die Wirkung gesunder Ernährung auf die Longevity Genes startet schon bei Babys im Mutterleib und setzt sich im Kleinkindalter fort. Deshalb ist es für Schwangere besonders wichtig, sich ausgewogen zu ernähren.

6

Psyche.

Stimmungsbarometer. Schlussendlich trägt auch unsere Stimmungslage jede Menge zu einem leichteren Leben bei. Bei unserer Psyche laufen alle Faktoren zusammen. Wer sich angegessen, unfit und gestresst fühlt, wird kaum der Welt "einen Haxn" ausreißen können. Einen großen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden hat die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen. Hohe Vitamin-D-Werte etwa hängen direkt zusammen mit einem niedrigen Depressionsrisiko. Zu dem Vitamin kommen wir über die Nahrung (in Pilzen, Fisch oder Eigelb). Unser Körper produziert es aber auch selbst über die Aufnahme von UV-Strahlen. Nutze deshalb die jetzt wiederkehrende Sonne, und gehe so oft wie möglich nach draußen. Gerade für Frauen ist ein ausreichender Eisengehalt im Blut extrem wichtig. Ein Mangel führt zu Niedergeschlagenheit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, kann aber mit Präparaten oder Infusionen leicht behoben werden.