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62. Berlinale: Die letzten Tage von Marie Antoinette zum Auftakt

Mit den französischen Revolutionswirren des ausgehenden 18. Jahrhunderts starten die Filmfestspiele von Berlin in ihre 62. Auflage (www.berlinale.de). Dass sich Festivalchef Dieter Kosslick für die Innensicht eines politischen Machtzentrums inmitten einer unzufriedenen Bürgermasse zum Auftakt entschieden hat, darf dabei durchaus als von der aktuellen Weltlage beeinflusst gedeutet werden.

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Der französische Regisseur Benoit Jacquot verfilmte mit "Les Adieux a la Reine" (Leb wohl, meine Königin) die melodramatisch angehauchte Sicht der letzten Tagen von Marie Antoinette mit den Stars Lea Seydoux und Diane Kruger.

"Es ist eine Zeit der Aufbrüche und der Umbrüche", hatte Kosslick zuletzt bei der Vorstellung des diesjährigen Programms gesagt - und hätte damit nicht nur den Arabischen Frühling oder die Occupy-Bewegung, sondern auch den Ausgangspunkt von Jacquots Historienfilm beschreiben können. Der Regisseur hat für die französisch-spanische Koproduktion den Roman von Chantal Thomas adaptiert und die Französische Revolution aus der Sicht der Dienerschaft im Schloss von Versailles inszeniert. Seydoux schlüpfte in die Rolle der Vorleserin der österreichisch-stämmigen Königin (Kruger), die Marie Antoinettes Vertrauen gewinnt und schließlich ihre Ergebenheit in der allgemeinen Untergangsstimmung unter Beweis stellen muss.

Neben dem Wettbewerb feiert auch die Nebenschiene Panorama bereits am Donnerstag ihren Auftakt - und zwar mit dem österreichischen Film "Kuma" von Umut Dag. Der junge Regisseur erzählt die Geschichte einer Freundschaft zweier türkischer Frauen in Wien, die durch einen Schicksalsschlag auf die Probe gestellt wird. Am Samstag folgen "Spanien" von Anja Salomonowitz im Forum und "zounk!" von Billy Roisz im Kurzfilm-Wettbewerb, am Sonntag feiern "What Is Love" von Ruth Mader im Forum und "Die Wand" von Julian Pölsler im Panorama ihre Premiere. Und am Montag wird zu guter Letzt auch "Glaube, Liebe, Tod" von Peter Kern im Panorama zu sehen sein. Im Bären-Rennen hat Birgit Minichmayr am kommenden Donnerstag ihren Auftritt in Matthias Glasners "Gnade".

(apa/red)