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7 pfiffige Bewerbungs-Tipps

Raffiniert, kreativ, innovativ – so müssen Bewerbungen heute sein. Von Lebensläufen, die sprechen können, bis zu Facebook-Fotos, bei denen Personaler Augen machen: WOMAN hat die besten Tricks, wie Sie die Top-Kandidatin für Ihren Traumjob werden!


7 pfiffige Bewerbungs-Tipps
© Corbis

"Ich wusste, dass ihr mein Facebook-Profil checken werdet, also los geht’s …", liest man da in weißer Kreide auf einer grünen Schiefertafel. Daneben steht Brandon Kleinman. Und wer in der Facebook-Galerie des Amerikaners weiterklickt, erfährt mehr von seinen Fähigkeiten und Berufserfahrungen. Recruitern hat er mit seiner Aktion ein Schnippchen geschlagen, kontrollieren diese doch allzu gern die Profile der Bewerber auf kompromittierende Fotos und digitale Spuren. Indem Kleinman sie bereits im Netz erwartete, zeigte er: Ich bin schnell und clever – also der Richtige für euch! Einer von vielen findigen Jobsuchenden, die mit außergewöhnlichen Bewerbungen auf sich aufmerksam machen.

Ausgeklügelte Aktionen. Wir haben noch mehr Ideen: Recruiting-Tipps mit Überraschungseffekt, mit denen Sie vor allem im Netz punkten können! Für Personal-Expertin Charlotte Eblinger ist es gut, hervorzustechen, "allerdings nur dann, wenn es auch erwünscht ist. Die Vorgaben des Unternehmens sollten dabei immer beachtet werden!" Faustregel: In der New Economy, wie Marketing, PR, Medien, Werbung, darf man origineller sein als in klassischen Berufsfeldern.

Virtuelle Visitenkarte.

Kreieren Sie sich Ihre Image-Seite! Zum Beispiel unter www.about.me – nachdem Sie sich kostenlos registriert haben, können Sie Name, Kurzbeschreibung und ein passendes Hintergrundbild einfügen. Außerdem können Sie hier auch Ihre anderen Online-Auftritte sammeln: Von Facebook, Google+ und Twitter bis zu YouTube, LinkedIn oder Tumblr. Den Link zu ihrem virtuellen Selbstbild führen Sie dann im Bewerbungsschreiben an. Tipp: Das Netzwerk ist international, also schreiben Sie Ihr Porträt auch auf Englisch.

Lebenslauf als Infografik.

Der neueste Hype: Ein Curriculum Vitae in Form einer farbenfrohen Infografik. Das gelingt am besten mit dem Web-Tool www.vizualize.me , aber auch in herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen können Lebensläufe kreativ gestaltet werden. Persönliche Interessengebiete und Fähigkeiten werden mithilfe von Balken oder Tortengrafiken visualisiert und Sprachkenntnisse auf einer Weltkarte präsentiert. Wichtig: Trotz bunter Farben und Grafiken müssen alle wichtigen Informationen enthalten sein.

Zum Traumjob gezwitschert.

In wenigen Worten auf den Punkt gebracht – so muss ein Jobsuche-Inserat auf Twitter sein! Zu Lebensläufen, Rezensionen oder Kontaktdaten können Sie mit Links verweisen. Einmal getwittert, wird von anderen Followern retweetet, und schon verbreitet sich das Stellengesuch im Netz. Ein Beispiel für die Vernetzungskraft von Twitter lieferte Arik Hanson. Der Amerikaner wollte Not leidenden PR-Profis zu Jobs verhelfen und initiierte
die "HAPPO"-Kampagne (Help A PR Pro Out). Hanson rief dabei Jobsuchende dazu auf, ihre Lebensläufe in seinem Blog zu posten, und animierte Unternehmen dazu, ebendiesen zu besuchen. Hunderte Vermittlungen folgten. Mittlerweile ist daraus ein großes Job-Netzwerk entstanden.

Vorstellung via Video-Chat.

Der Bewerbungsvorgang verlagert sich ins Web. Neben Online-Fragebögen, die ausgefüllt werden müssen, finden Einstellungsgespräche jetzt auch über Skype statt. So wird der Termin bequem von zuhause aus erledigt. Aber Vorsicht: Achten Sie auf einen passenden Skype-Namen! Auffällige Poster im Hintergrund sind fehl am Platz. Frisur und Outfit müssen passen. Genauso wie Beleuchtung und Ton. Und schließen Sie offene Programme – plötzliche Geräusche irritieren!

Schnuppertag für Top-Bewerber.

Personalberaterin Charlotte Eblinger setzt auf Probearbeitstage für jene Bewerber, die es in die Endauswahl geschafft haben. Am Ende wird ein Gewinner ausgewählt: "Auch die Bewerber können daraus Profit schlagen. Man lernt enorm viel und kann einschätzen, ob der Beruf auch in der Realität passend ist." Vorreiter auf diesem Gebiet ist die "Boston Consulting Group". Bewerber arbeiten ein paar Tage lang an realen Projekten mit und können so ihre Kenntnisse unter Beweis stellen.

Anzeigen im Web platzieren.

Wann haben Sie sich zuletzt selbst gegoogelt? Bewerber Alec Brownstein wollte einen Job bei einer der Top-5-Werbeagenturen in New York. Also schaltete er eine Kampagne bei Google. Wenn nun die Artdirektoren jener Firmen nach ihren Namen suchten, erschien Brownsteins Inserat in der Trefferliste: "Googling yourself is fun, hiring me is fun, too." Ein Klick darauf, und die Herren kamen auf Brownsteins Website. Fazit: Vier Bewerbungseinladungen, zwei Jobangebote. Kosten: Rund sechs Dollar.

Kreativ auf Facebook.

Dass Personaler Neo-Mitarbeiter gerne im Internet aufstöbern und auch deren Facebook-Profile genau kontrollieren, ist bekannt. Brandon Kleinman machte sich genau das zunutze. "I know you are going to check my Facebook, so let’s begin here …", schreibt der junge Amerikaner auf dem rsten Foto in seinem Online-Album. Und dann kann man sich weiter durch seine Facebook-Galerie klicken: Brandon beschreibt seine Qualifikationen und Referenzen: "You won’t find a better candidate. Here’s why …"

Redaktion: Melanie Zingl