Ressort
Du befindest dich hier:

7 Fakten über Fett

Lange Zeit galten Butter und Öle als Dickmacher Nummer eins. Doch Studien beweisen, dass wir das flüssige Gold dringend für ein gesundes Leben brauchen. Gemeinsam mit dem Ernährungsprofi Verena Wartmann haben wir uns auf Spurensuche begeben.


7 Fakten über Fett
©

Gerade jetzt in der Adventzeit, wo Kekse , Punsch und opulente Weihnachtsessen locken, machen wir uns besonders viele Gedanken: Was ist (gerade noch) erlaubt und was nicht? Als großer Feind der schlanken Linie gilt vor allem der Fettgehalt der Speisen. Wir sollten dabei allerdings nicht vergessen: Der Körper braucht den Nährstoff, um zu funktionieren. Gesünder, als darauf zu verzichten, ist es, das richtige Fett zu konsumieren.

Gut oder böse?

Seit langem wird das Fett zum Dickmacher schlechthin erklärt. Eine riesige Lebensmittelindustrie steckt hinter Werbung für Low-Fat-Produkte von Süßig keiten bis Joghurt. Doch Studien beweisen: Butter und Öle sind wichtig. Sie versorgen uns mit lebensnotwendigen ungesättigten Fettsäuren, geben Energie und werden sogar Krebspatienten empfohlen. Die Ernährungsberaterin Verena Wartmann hat uns sieben Fragen zum Thema Fett beantwortet. Das ist übrigens kein Freibrief für Fast Food und Schnitzel. Doch bei den richtigen Produkten darf man ruhig zugreifen.

Unser Körper braucht Fett – und das täglich!

60–80 Gramm Fett (ca. 6 Esslöffel) sollten wir jeden Tag zu uns nehmen. Das entspricht 25–30 Prozent unserer gesamten Energiezufuhr. Damit schützt der Körper seine Organe und hält sich warm. Außerdem dient Fett als Energiespeicher, ist ein wichtiger Baustoff für die Zellen und ist unbedingt notwendig, um wichtige Nährstoffe zu verarbeiten. Ohne das „Schmiermittel“ können etwa die Vitamine A, D, E und K vom Körper gar nicht herausgefiltert werden. Sogar für die Produktion von Sexualhormonen ist es unverzichtbar. Zusätzlich sorgt Fett dafür, dass uns unser Essen schmeckt. Viele Gewürze entwickeln ihr volles Aroma erst, wenn sie mit Fett vermischt werden. Wird es reduziert, verändert sich natürlich auch der Geschmack, der dann oft mit künstlichen Aromen oder mit Zucker wieder zugeführt wird. Die Kalorien wandern also direkt wieder ins Essen hinein.

Tierisches Fett ist gesund – auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird.

Auf die Art kommt es an. Denn Lachs, Hering, Sardinen, Wild, Butter und Eier sind voller ungesättigter Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Die kann der Körper nicht selbst herstellen, er braucht sie aber, weil sie z. B. den Cholesterinspiegel senken. Gesättigte Fettsäuren, wie sie in Wurst oder Schmalz zu finden sind, kann der Körper dagegen selbst produzieren. Zu viel davon erhöht den Cholesterinspiegel, das kann zu Arterienverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Greife also lieber zu unverarbeiteten Produkten wie Schinken oder Rohschinken.

Achten Sie auf die richtige Mischung – und probiere Neues aus.

Verwende mehr kaltgepresste Öle in Salaten und Soßen. Denn sie sind pflanzliche Lieferanten der wertvollen Fettsäuren und besonders für die fleischarme Küche wichtig. Neue Sorten bringen spannende Geschmäcker auf den Tisch. Kleine Ölmühlen (z. B. Fandler in der Steiermark, www.fandler.at ) pressen die Kerne und Samen von Mohn, Haselnüssen, Leindotter, Hanf, Disteln und mehr aus – ein weites kulinarisches Experimentierfeld. Tipp: Nicht jedes kaltgepresste Öl ist zum Erhitzen geeignet. Bei einigen entstehen dadurch Transfettsäuren, die krebserregend sind. Achten daher immer auf die Angaben auf dem Etikett. Zum Kochen bleibe lieber bei den klassischen Sorten wie Oliven- oder Rapsöl. Diese können bis zu 180 °C erhitzt werden, ohne sich zu verändern.

Butter versus Margarine.

Vorbei die Zeiten, in denen Margarine als die bessere Butter galt. Denn als reines Naturprodukt aus 100 Prozent Milchfett strotzt Letztere vor Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und natürlichen Vitaminen. Laut Studien hilft sie sogar beim Abnehmen. Margarine dagegen wird aus pflanzlichen Ölen hergestellt, die mehrfach industriell verarbeitet und gehärtet werden. Viele Produkte werden noch mit künstlichen Vitaminen und Nährstoffen angereichert. Halbfettmargarine hat zwar weniger Kalorien, der Fettanteil ist durch Wasser ersetzt. Das bedeutet aber noch mehr chemische Zusätze zur Härtung und geht auf Kosten des Geschmacks.

Vorsicht vor versteckten Fetten.

Süßigkeiten, Fertiggerichte, Suppenwürfel und mehr enthalten oft ziemlich viel Fett und andere Dickmacher. Das ist uns aber nicht wirklich bewusst. Dazu kommt, dass durch die industrielle Verarbeitung sogenannte Transfette entstehen, die den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben. Am besten ist deshalb, koche so viel wie möglich selbst. Denn nur so hast du wirklich Kontrolle darüber, was in deinem Essen drin ist.

Redaktion: Jasmin Altrock