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Nachhaltiger Schmuck: „Es geht darum, das Richtige zu tun“

Wann ist Schmuck grün? Und worauf muss man beim Kauf achten? Wir trafen Vita Clausen, Global PR Director von Pandora, zum WOMAN-Nachhaltigkeits-Interview.

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Nachhaltiger Schmuck: „Es geht darum, das Richtige zu tun“
© Pandora

Gerade die Big Player der Schmuckbranche geraten regelmäßig in die Kritik, was Herstellung und Umweltschutz betrifft. Beim Kopenhagener Label Pandora bemüht man sich dagegen seit jeher um Transparenz und Nachhaltigkeit – und das eher beiläufig und ohne großen Marketingwirbel. Die neue Produktionsstätte im Norden Thailands gilt als „State of the art“ und wurde den Leitlinien des LEED (Leadership in Energy and Environmental Design; ein System zur Klassifizierung für ökologisches Bauen, Anm.) folgend konzipiert. WOMAN war vor Ort in Lamphun, Chiang Mai, im Norden Thailands und baten PR-Chefin Vita Clausen zum Talk über innovative Prozesse und grünen Schmuck.

Warum wird in Thailand produziert?

CLAUSEN: Die Infrastruktur ist perfekt und thailändische Handwerker sind für ihre Techniken in der Endbearbeitung bekannt. Unsere Mitarbeiter werden überdurchschnittlich bezahlt und wir schauen auf ein achtsames Arbeitsumfeld. In Chiang Mai gibt es viele Rückzugsmöglichkeiten und gemütliche, begrünte Ecken im Freien, wo die Mitarbeiter entspannen können.

Was macht die neue Fabrik im Norden Thailands so nachhaltig?

CLAUSEN: Wir erfüllen die höchsten Umweltstandards. Aktuell verbrauchen wir 18 % weniger Energie und 45 % weniger Wasser als herkömmliche Hersteller. Abwasser wird recycelt, wir sammeln Regenwasser, arbeiten mit Sonnenkollektoren, begrünten Flächen und haben eine besonders effektives Lüftungs- und Klimasystem.

Man hätte sie aber auch weniger innovativ und kostengünstiger bauen können …

CLAUSEN: Ja, aber es geht darum, das Richtige zu tun. Das Thema war schon immer Teil unserer DNA, nun versuchen wir noch bewusster, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Und bei den verwendeten Materialien?

CLAUSEN: Fast 100 % unseres Silbers und etwas mehr als 80 % des Golds stammen aus recycelbaren Ressourcen. Das Responsible Jewellery Council, bei dem wir Mitglied sind, prüft unsere Zulieferer.

Wohin geht der Trend bei Steinen?

CLAUSEN: Abbau und Verarbeitung von Edelsteinen kann mit nachteiligen sozialen und ökologischen Auswirkungen verbunden sein. Künstliche Steine gewinnen also stark an Bedeutung.

Und wie kann man als KonsumentIn sicherstellen, dass man „grünen“ Schmuck kauft?

CLAUSEN: Organisationen wie das Responsible Jewellery Council oder der United Nations Global Compact sorgen dafür, dass internationale Standards in Bezug auf Umwelt, Menschenrechte, Herstellung, Gewinnung und Produktion eingehalten werden.

Wird insgesamt bewusster konsumiert?

CLAUSEN: Die Verbraucher von heute – insbesondere die jüngere Generation – möchten wissen, wie Produkte hergestellt werden. Sie treffen bei jedem Einkauf eine bewusste Entscheidung. Hohe ethische Standards müssen mit qualitativ hochwertigen Produkten Hand in Hand gehen.

Ist es Ihrer Meinung nach gerade chic, nachhaltigen Schmuck zu tragen oder ist es den Menschen wirklich ein Anliegen?

CLAUSEN: Wir können ein zunehmendes Interesse und Bewusstsein dafür erkennen, wie Marken in der Modebranche nachhaltig wirtschaften. Den Konsumenten ist es sicherlich ein Anliegen, zu wissen, was sie kaufen und dass sie kein schlechtes Gewissen dabei haben müssen. Dies ist unsere Verantwortung und glücklicherweise auch Teil unseres Erbes. Wir sind entschlossen, mehr zu tun.

Als einer der größten Schmuckhersteller der Welt: Was sehen Sie als Ihre wichtigsten Ziele?

CLAUSEN: Wir sind engagierte Unterzeichner des Global Compact (UNGC) der Vereinten Nationen und bekennen uns zu unserer Verantwortung in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruptionsbekämpfung.

Worum geht es in den energieeffizienten Store-Konzepten von Pandora?

CLAUSEN: Unser derzeitiges Store-Design ist in mehrfacher Hinsicht auf eine geringe Umweltbelastung ausgelegt. Es ist sehr langlebig und es ist möglich, kleinere Teile im Laufe der Zeit auszutauschen, um die Lebensdauer der Armaturen und Möbel zu verlängern. Wir haben den Energieverbrauch in einem durchschnittlichen Pandora-Concept-Store durch den Einsatz energieeffizienter Beleuchtung um 50 % gesenkt. Die effizienten Lampen erzeugen auch weniger Wärme und reduzieren so den Energiebedarf für die Klimatisierung.

Generell gesprochen: Was sind aktuell die größten Herausforderungen der Schmuck-Branche?

CLAUSEN: Unternehmen müssen ihre Geschäftspraktiken über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg transparent machen und Jahr für Jahr neue Maßstäbe setzen. Als eine der größten Schmuckmarken der Welt sind wir der Ansicht, dass wir verpflichtet sind, eine verantwortungsbewusstere Industrie und Lieferkette für unsere wichtigsten Schmuckmaterialien zu entwickeln. Dies geschieht am besten durch internationale Zusammenarbeit und die Festlegung von Standards mit Organisationen wie dem Verantwortlichen Jewellery Council und Global Compact der Vereinten Nationen.

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