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Wir sind ihr verfallen: Lupita Nyong’o im Interview

Sie gewann letztes Jahr nicht nur den Oscar, sondern ebenso unsere Herzen: Lupita Nyong’o, deren Schönheit nur von ihrer Intelligenz, ihrem Talent und ihrem Charme übertroffen wird, im Interview über positive Vorbilder, persönliche Ziele und ihre Familie.


Lupita Nyong'o
© TIMOTHY A. CLARY/AFP/Getty Images

Sie erschien mit einem Paukenschlag in der Filmwelt. Mit ihrer Rolle als Patsey in "12 Years a Slave" wurde Lupita Nyong’o zum Star, zum Liebling am roten Teppich und heimste alle erdenklichen Preise ein. Als erste kenianische Oscargewinnerin und erste dunkelhäutige Lancôme-Botschafterin schrieb sie Geschichte. Nun steht sie vor dem nächsten Sprung in ihrer Karriere: Bereits in wenigen Wochen wird die junge Schauspielerin mit "Star Wars: The Force Awakens" im wohl am meisten entgegengefieberten Film des Jahres zu sehen sein.
Im folgenden Interview spricht sie über ihre Karriere, ihre Vorbilder und ihre Leidenschaft für den Tierschutz:

Darin bezeichnet sich Nyong’o selbst als Perfektionistin – aber die Angst vor dem Versagen ist für sie nicht immer etwas Negatives: „Obwohl ich Perfektion stets anstrebe, bin ich auch zufrieden, wenn ich sie nie erreiche. Sie ist nur stets mein Ziel. Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin und wahrscheinlich auch nie sein werde, aber es bereitet mir Freude, mein Ziel vor Augen zu haben. Es ist gut, ein gesundes Maß an Angst vor dem Versagen zu haben. So mache ich es mir nicht zu bequem und ich halte mir in Erinnerung, dass alles katastrophal schief gehen könnte. Aber ich erlaube mir nicht, dass mich diese Angst paralysiert – ich halte mir immer vor Augen, dass wir durch Fehlschläge lernen und man an ihnen wächst.“

Lupita Nyong'o

Als Tochter eines kenianischen Politikers lernte Nyong’o schon früh die Macht der Rhetorik kennen. Ihr Vater war dabei immer ein Vorbild für sie. „Ich wuchs mit öffentlichen Reden auf. Ich habe die Reden meines Vaters stets beobachtet und aufgenommen. Ich glaube, dass es mir definitiv geholfen hat, meinen Vater als Vorbild zu haben. Er ist ein sehr lustiger Mensch und hat keine Ängste, vor Leuten zu sprechen. Ich glaube, das hat auf mich abgefärbt. Mündliche Kommunikation ist sehr wichtig, vor allem in meiner Heimat. Auf diese Art geben wir unsere Geschichte von Generation zu Generation weiter. Deshalb habe ich davor viel Respekt.“

Obwohl Nyong’o in so frühen Jahren bereits einen Oscar im Regal hat, will sie mit beiden Beinen am Boden bleiben. Eines ihrer Erfolgsrezepte ist es, sich von erfahreneren Schauspielkolleginnen und -kollegen Rat einzuholen. „Ich glaube meine persönliche Mentorin in der Schauspielerei war Alfre Woodard, die ich auf dem Set von 12 Years a Slave getroffen habe. Sie war eine große Unterstützung für mich und hat mir geholfen, das Leben in der Öffentlichkeit auf die Reihe zu bekommen. Sie hat mir gezeigt, wie man Entscheidungen trifft und wie ich mir die Projekte, an denen ich arbeite, aussuchen sollte. Es ist sehr wichtig, jemanden zu haben, der einem solche Dinge erklären kann, besonders wenn diese Person bereits Erfahrung damit hat. Ich will mir selbst nie zu gut dafür sein, Ratschläge von anderen Leuten einzuholen.“

Lupita Nyong'o

Für viele junge Leute ist Nyong’o inzwischen selbst zum Vorbild geworden. „Ich freue mich darüber, dass ich eine so einzigartige Plattform bekommen habe. Ich nehme das nicht auf die leichte Schulter. Ich weiß, dass viele junge Leute mich ansehen und mich zu ihrem Vorbild machen. So etwas ist sehr wichtig. Besonders wir Afrikanerinnen brauchen dringend mehr positive Vorbilder und ich habe meine Herkunft nie verleugnet.“

Auch der Tierschutz liegt Nyong‘o am Herzen. Für WildAid ist sie als Global Elephant Ambassador tätig. „Neben der Schauspielerei setze ich mich sehr für den Tierschutz ein. Ich wurde kürzlich zur internationalen Botschafterin für WildAid ernannt, einer Organisation, die sich dem Schutz der Elefanten verschrieben hat. Sie arbeiteten daran, den Elfenbeinhandel zu stoppen und die Elefanten vor der Ausrottung zu schützen. Das ist sehr wichtig, denn wenn die Elefantenjagd so weitergeht, wird es in etwa zehn Jahren keine Elefanten mehr geben. Es ist meine Leidenschaft und ich freue mich schon auf all die Arbeit, die in diesem Bereich auf mich wartet. Davon abgesehen koche ich gerne, oder verbringe Zeit mit meinen Freunden. Ich sehe gerne Filme an und ich liebe es, zu tanzen!“

Ihre größte Errungenschaft ist es jedoch, sich selbst treu zu bleiben. „Für mich ist es mein bisher größter Erfolg, dass ich jeden Morgen aufwachen kann, mich selbst im Spiegel sehe und mich noch immer mag. Ich weiß wer ich bin und halte jene, die mir etwas bedeuten, sehr nahe bei mir. Darauf bin ich stolz.“

Im Rahmen der Sendereihe "Leading Women" stellt CNN International jeden Monat Frauen aus Spitzenpositionen in den Bereichen Wirtschaft, Kultur oder Sport vor und zeigt, wie es jede dieser Frauen auf ihre ganz eigene Weise an die Spitze geschafft hat.

Weitere Informationen zur Sendung unter cnn.com/leadingwomen.

Lupita Nyong'o